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Bäurer AG setzt auf virtuelle Marktplätze

29.03.2000
Umsatz 1999 mehr als verdoppelt

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Bäurer AG, Anbieter betriebswirtschaftlicher Softwarelösungen für den Mittelstand, plant noch in der ersten Jahreshälfte mehrere Firmenübernahmen. Anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz für das Geschäftsjahr 1999 erklärte Vorstandssprecher Heinz Bäurer, diese Akquisitionen eingerechnet werde der Jahresumsatz 2000 statt der zum Börsengang prognostizierten 140 Millionen Mark mehr als 200 Millionen Mark betragen.

Nachdem der Unternehmer aus Hüfingen bereits mit der CAI GmbH aus Würzburg und der TPS Labs AG, München, Know-how in den Bereichen CRM (Customer-Relationship-Management) und SCM (Supply-Chain-Management) erworben hatte, geht es nun nicht mehr um Zukäufe zur Stärkungen der Technologiebasis. Die Schwarzwälder sind jetzt daran interessiert, durch Übernahmen ihre Kundenbasis zu vergrößern und ihr neu vorgestelltes Marktplatzkonzept umzusetzen.

Zusammen mit der Openshop AG, einem Anbieter von E-Shopping-Lösungen, an dem Bäurer zehn Prozent der Anteile hält, wurde die B-Gate.com AG gegründet. Dieses Business-Portal ist als Rückgrat eines branchenunabhängigen Mittelstandsmarktplatzes konzipiert, auf dem Branchen-Gates für vertikale Märkte entstehen sollen. Ein erster Schritt wurde mit der Gründung eines Branchenportals für die Optikindustrie bewältigt. Die in diesem Zusammenhang entstandene Open Optics Software GmbH ist als Marktplatz für Internehmen wie Zeiss, Rodenstock, Jenoptik und andere positioniert. Die geplanten Akquisitionen der Bäurer AG zielen darauf, weitere internationale Branchenportale einzurichten. Interessenten, die auch aus dem direkten Konkurrenzumfeld der Schwarzwälder kommen können, sind eingeladen, sich an der B-Gate.com AG inhaltlich und finanziell zu beteiligen.

Das Fiskaljahr 1999 schloss Bäurer mit einem um 108 Prozent gestiegenen Umsatz von 94,7 Millionen Mark ab. Das EBIT-Ergebnis lag bei einem Minus von 3,2 Millionen Mark. Der Jahresüberschuss ist ein Jahresdefizit: Es beläuft sich auf 13,2 Millionen Mark und enthält unter anderem Kosten von 8,4 Millionen Mark für den Börsengang. Ansonsten erklärt die Geschäftsführung die Verluste mit Akquisitions- und erhöhten Personalkosten.