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Bänder weg: Bank verschlampt Finanzdaten von Kunden

28.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Backup-Bänder mit Aufzeichnungen über Finanztransaktionen von Kunden der Bank of America sind beim Transport verschwunden. Die "kleine Zahl" Bänder enthält Daten über Kunden, Konten und Bezahlvorgänge von "Smartpay", einem speziellen Programm, das die US-Regierung ihren Angestellten anbietet. Insgesamt sollen 1,2 Millionen Smartpay-Karten beziehungsweise deren Besitzer betroffen sein.

Die Datenträger hätten zu einem Rechenzentrum gebracht werden sollen, sind dort aber nie angekommen. Nach Angaben der Bank wurden die Ermittlungsbehörden sofort benachrichtigt, als die Angestellten das Fehlen der Bänder entdecken. Die anschließende "gründliche Untersuchung" sei jedoch erfolglos geblieben, weswegen man jetzt davon ausgehe, dass die Bänder verloren gingen.

Immerhin sei noch kein Hinweis darauf festgestellt worden, dass Unberechtigte auf die Informationen zugegriffen oder sie gar missbraucht hätten. Die Bank of America will die Konten weiterhin im Auge behalten und die Besitzer der Karten warnen, falls Unregelmäßigkeiten auftreten.

Das Institut drückte in einem Statement sein "tiefes Bedauern" über den Vorfall aus. Ob das ausreicht, ist fraglich: Möglicherweise hat die Panne zur Folge, dass der Smartpay-Vertrag mit der Regierung nicht verlängert wird. (ave)