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Back in Black: Dotcom-Aktien werden für Anleger wieder interessant

18.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Gegen den Trend verbuchen die Aktienkurse von Internet-Firmen an den US-Börsen in diesem Jahr bereits einen mittleren Wertzuwachs von drei Prozent. Noch besser schnitten die einstigen Vorzeigeunternehmen Ebay, Yahoo, WebMD oder Amazon.com ab, die sogar einen Kursanstieg von sechs bis 15 Prozent vorweisen können. Der Run auf die Dotcom-Werte liegt größtenteils darin begründet, dass viele Investoren den drastischen Kurseinbruch in den letzten drei Jahren als eine Überreaktion der Märkte einschätzen.

Das Internet wächst und gedeiht, so das Hauptargument für die Titel, damit steigen die Chancen, dass die Überlebenden das Gröbste überstanden haben. So wiesen laut Pegasus Research 41 Prozent der verbliebenen 209 Dotcoms an der Wall Street im Schlussquartal 2002 einen Gewinn aus, im Vorjahreszeitraum hatte die Quote lediglich 17 Prozent betragen.

Gefragt sind nun die Aktien von Dotcom-Unternehmen mit einer starken Marke, etwa Amazon oder Ebay. Aber auch kleinere Internet-Firmen, die in den letzten Jahren belächelt wurden, rücken in das Blickfeld der Investoren. Sie haben ihre Lektion gelernt, führen echte Produkte, sind weitgehend profitabel und haben noch eine Menge Geld aus dem Börsengang. Mit Argumenten wie diesen erweisen sich Dotcom-Titel als interessante Alternative zu Anleihen oder Blue-Chips-Aktien.

Allerdings werden die Dotcom-Papiere bei einem weiteren Einbruch des Hightech-Sektors vermutlich als erste in Mitleidenschaft gezogen, insbesondere Aktien weniger etablierte Firmen weisen ein hohes Risiko - aber auch Wachstumspotenzial auf. Viele Titel sind auch gut drei Jahre nach dem Platzen der Internet-Blase nicht gerade billig: So kosten Aktien von Amazon, Ebay und Yahoo 57- bis 63-mal soviel wie der prognostizierten Jahresgewinns pro Anteil. Zum Vergleich: Bei Aktien im Dow Jones Industrial Index beträgt die Quote im Schnitt nur das 17-fache.(mb)