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Auch Worldcom spürt den harten Wettbewerb

26.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wie erwartet meldet nach AT&T und Sprint auch Worldcom im dritten Quartal einen starken Gewinneinbruch: Aufgrund der gesunkenen Ferngesprächsgebühren und des starken Wettbewerbs verbuchte der zweitgrößte US-Carrier einen Rückgang des Nettoprofits gegenüber dem Vorjahresquartal um 63 Prozent. Er fiel von 1,34 Milliarden auf 493 Millionen Dollar. Damals enthielt das Ergebnis allerdings noch die Erlöse aus Worldcoms Beteiligung an dem brasilianischen TK-Anbieter Embratel. Diese werden jetzt getrennt ausgewiesen. Der Umsatz ging insgesamt gegenüber dem Vorjahresquartal von 9,1 Milliarden Dollar auf 8,97 Milliarden Dollar zurück.

Im November letzten Jahres beschloss Worldcom die Aufteilung in zwei Bereiche. Dabei wurde für die langsamer wachsenden Geschäftsbereiche, zu denen vor allem die in der Akquisition von MCI übernommenen Divisionen enthalten sind, ein separater Tracking Stock unter dem Symbol "MCI" eingeführt. Mit dieser Notierung lässt sich die Leistung der abgetrennten Bereiche ähnlich wie die einer börsennotierten Firma messen, ohne dass Gesellschaftsanteile verkauft werden. Die dabei geschaffene MCI Gruppe verbuchte im dritten Quartal einen Nettoprofit von 33 Millionen Dollar, verglichen mit einem Reinerlös von 352 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz fiel um 17 Prozent von 4,19 Milliarden auf 3,48 Milliarden Dollar.

Bei der Worldcom-Group betrug der Netto-Gewinn 460 Millionen Dollar oder 16 Cent je Anteil. Vor einem Jahr erwirtschaftete der Geschäftsbereich noch 583 Millionen Dollar oder zwanzig Cent pro Aktie. Dabei sanken gleichzeitig die Einnahmen aus Ferngesprächen um sechs Prozent, die Umsätze in anderen Bereichen wie dem Daten- und Internet-Geschäft legten dagegen um bis zu 22 Prozent zu. Insgesamt belief sich der Umsatz auf 5,5 Milliarden Dollar. Die Einnahmen stiegen damit gegenüber dem Vorjahresquartal auf zwölf Prozent.

Für das laufende Quartal erwartet die Worldcom-Gruppe ein anhaltend schwaches Wachstum der Einnahmen. Mit den geschätzten zehn Prozent soll der Umsatzzuwachs 2001 insgesamt gegenüber dem Vorjahr am unteren Ende der Skala von zwölf bis 15 Prozent liegen. Im kommenden Jahr will der Geschäftsbereich dann einen prozentualen Anstieg der Einnahmen im hohen einstelligen bis niedrigem Zehner-Bereich erzielen.