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ASML schafft den Turnaround

16.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der auf Lithographietechnik für die Halbleiterfertigung spezialisierten ASML Holding gelang nach fünf Verlustquartalen wieder die Rückkehr in die Gewinnzone: Der niederländische Chipausrüster erzielte im Schlussquartal 2003 einen Nettoprofit von 16 Millionen Euro oder drei Cent pro Aktie, verglichen mit einem Fehlbetrag von 50 Millionen Euro beziehungsweise zehn Cent je Anteil im Vorjahreszeitraum. ASML erwirtschaftete im Berichtsquartal mit dem Verkauf von 61 Lithografie-Systemen (43 neue und 18 gebrauchte Maschinen) sowie Services 526 Millionen Euro Umsatz. Die Einnahmen lagen damit deutlich unter den 820 Millionen Euro im Vergleichsquartal 2002. Dank vorangegangener Einsparungen, darunter den Abbau von rund 1500 Stellen, konnten die Niederländer aber die Bruttomarge übers Jahr von 17,2 auf 28,5 Prozent steigern.

Im Gesamtjahr 2003 verbuchte der Hersteller gegenüber 2002 einen Umsatzrückgang von 1,96 Milliarden auf 1,54 Milliarden Euro. Wegen der reduzierten Kosten gelang es den Niederländern aber, den Fehlbetrag von 208 Millionen auf 160 Millionen Euro zu senken.

Einen Ausblick für 2004 gab ASML nicht. CEO Doug Dunn erklärte lediglich, mit dem Jahreswechsel habe der Aufwärtstrend seines Unternehmens begonnen. Er verwies dabei auf die mit 124 Lithographie-Systemen im Gesamtwert von 993 Millionen Euro gut gefüllten Auftragsbücher.

Mit dem Turnaround gab der 59-jährige CEO nun seinen Rückzug aus dem Unternehmen bekannt. Um künftig mehr Zeit für seine Familie und Reisen zu haben, will der gebürtige Brite bis spätestens Ende 2004 den Chefsessel räumen. Derzeit sei ASML noch auf der Suche nach einem Nachfolger. (mb)