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AOL will Lücke zu T-Online schließen

23.08.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Pünktlich zum Start der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin am 26. August will AOL Deutschland sein Festpreismodell für den zeitlich unbegrenzten Zugriff auf den Online-Dienst vorstellen. Angeblich soll die monatliche Gebühr unter 20 Mark liegen und die Telefonzugangskosten drei Pfennig pro Minute kosten. Die über 200 Millionen teure Marketing-Initiative, die intern als "Operation Jump" betitelt wird, soll AOL bei der Aufholjagd zu T-Online helfen. Mit einem Angebot von sechs Pfennig pro Minute für Telefon- und Internet-Zugang konnte Erzkonkurrent T-Online in den vergangenen Monaten einige hunderttausend neue Kunden gewinnen.

AOL liegt mit rund 900 000 registrierten Anwendern deutlich hinter der Telekom-Tochter zurück, die 3,4 Millionen Kunden zählt. Nach einer Untersuchung der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) nahm die Reichweite von AOL im letzten halben Jahr sogar um 22 Prozent auf 2,3 Millionen ab, während bei T-Online der Wert um 14 Prozent auf 5,6 Millionen stieg. Als Reichweite wird die Zahl der Internet-Nutzer definiert, die sich schon einmal über den jeweiligen Online-Dienst ins Internet eingewählt haben.

Morgen will AOL Europe ferner einen kostenlosen Internet-Service namens "Netscape Online" in Großbritannien starten, bei dem lediglich die Telefonkosten zu entrichten sind. Damit will der Online-Dienst gegen Freeserve antreten, das durch sein Gratis-Programm AOL auf der Insel bereits den ersten Platz unter den Internet-Service-Providern streitig gemacht hat.