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Anzahl der gespeicherten Daten verdoppelte sich in drei Jahren

31.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - "Im Jahr 2002 wurden 5.000.000.000.000.000.000 Bytes oder 5 Exabytes an neuer Information gespeichert", lautet das Hauptergebnis einer Studie der University of California in Berkeley. Damit ließen sich eine halbe Million Bibliotheken von der Größe der US-Kongressbibliothek bestücken, haben die Forscher um die Professoren Peter Lyman und Hal Varian ausgerechnet. Im Jahr 1999 wurden nach Schätzungen des Teams zwischen zwei und drei Exabyte an Daten generiert.

Die große Mehrheit (92 Prozent) der Neuzugänge ist auf magnetischen Medien, meist Festplatten, gespeichert. Die Wissenschaftler erwarten, dass die Menge der neu gespeicherten Informationen derzeit jährlich um 30 Prozent wächst. Daraus entsteht laut Lyman eine deutliche Veränderung der menschlichen Wechselbeziehungen: "Alles ist öffentlich, alles ist gespeichert."

Die jetzt vorgelegte Studie enthält allerdings weder Angaben über die Qualität der Informationen noch darüber, wie Firmen und Privatpersonen ihre Informationsquellen aussuchen. In einem weiteren Schritt will Lyman untersuchen, wie mit der Datenflut umgegangen und wie sie genutzt wird.

Die Anzahl der gespeicherten Bytes ist im Übrigen nicht identisch mit der tatsächlich produzierten Menge an elektronischer Information. Elektronische Medien (TV, Radio, Telefon und Internet) erzeugen 3,5 mal so viele Daten wie 2002 gespeichert wurden. Allein im Internet dürften nach Schätzung der Forscher 172 TB öffentlich zugänglich sein. Obwohl das Wissen digital erzeugt wird, scheint die Menschheit auf Papier nicht verzichten zu können. Die Forscher fanden heraus, dass auch die Anzahl der auf Papier gespeicherten Informationen zwischen 1999 und 2001 um jährlich 36 Prozent anwuchs. US-Amerikaner liegen beim Verbrauch an der Spitze: Sie konsumieren jährlich 11.916 Blatt Papier, Bürger der EU nur 7280. (kk)