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Analystin: "55 Prozent der HP-Aktionäre werden gegen die Fusion stimmen"

21.02.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In seiner Kampagne gegen den geplanten Merger von Hewlett-Packard (HP) und Compaq) hat Walter Hewlett nun Unterstützung von der Wallstreet-Analystin Kimberly Alexy erhalten. Die Finanzexpertin, die für Prudential Securities arbeitet, veröffentlichte eine Untersuchung, in der sie dem Sohn von HP-Mitbegründer William Hewlett im Namen ihrer Firma in vielen seiner Kritikpunkte an der Fusion Recht gibt. Darin heißt es unter anderem: "Wir stimmen generell mit Hewletts Kritik überein und lehnen die geplante Transaktion nach wie vor ab." Allerdings dämpfte sie Hewletts Optimismus, dass ein unabhängiger HP-Konzern besser dastehe: "Wir sind überzeugt davon, dass HPs Aussichten mit oder ohne Deal trübe bleiben werden."

Ferner prognostizierte Alexy, dass die HP-Aktionäre die Fusion auf der Hauptversammlung am 19. März mit einer knappen Mehrheit von 55 Prozent ablehnen werden. In Bezug auf seine Pro-Merger-Marketing-Aktivitäten habe HP ihrer Meinung nach zwar die Nase vorn vor Hewlett, wenn es jedoch um die Substanz der Argumentation gehe, habe Hewlett Oberwasser.

Alexy stimmte Hewletts Behauptung in ihrem Bericht zu, dass die HP-Aktie durch die Kombination mit Compaq stärker der Gefahr eines Wertverlusts ausgesetzt sei. Das sehr unsichere PC-Geschäft des texanischen Computerriesen könne das lukrative Drucker- und Imaging-Geschäft von HP verwässern. Wie Hewlett glaubt auch die Analystin daran, dass die durch die Fusion erhofften Kostenreduzierungen lediglich bei 2,2 Milliarden Dollar liegen werden. HP hatte angekündigt, insgesamt 2,5 Milliarden Dollar einzusparen. Anderer Meinung ist Alexy jedoch bezüglich des veranschlagten Kaufpreises von über 20 Milliarden Dollar für Compaq. Während Hewlett die Summe für zu hoch hält, schätzt die Finanzexpertin sie als "fair" ein. (ka)