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Analysten kritisieren Berichterstattung deutscher Firmen

02.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Deutsche Unternehmen haben im Hinblick auf ihre Berichterstattung für Investoren in dieser Woche neben Lob auch einige Kritik geerntet. Während der Sportwagenhersteller Porsche in einer Umfrage des "Investor Relations Magazin" unter 630 europäischen Finanzprofis in der Kategorie "Communication of Shareholder Value" mit Abstand die besten Noten erhielt, waren Marktbeobachter mit der Informationspolitik anderer deutscher Schwergewichte höchst unzufrieden.

Vor allem die Deutsche Telekom wurde für die Qualität der am Mittwoch vorgelegten vorläufigen Neunmonatszahlen scharf kritisiert. Der Geschäftsbericht beinhalte weder eine Aufschlüsselung nach geographischen Regionen, noch nach den unterschiedlichen Geschäftsbereichen.

Noch schlechtere Noten erhielt die Deutsche Bank für ihre ebenfalls am Mittwoch vorab veröffentlichten Ergebnisse für das dritte Fiskalquartal. Mit ihrer Präsentation sei die Bank, die erst vor weniger als einem Monat ihr Debut an der NYSE gegeben hatte, nur knapp an einem Fiasko vorbeigeschlittert, hieß es aus Analystenkreisen.

Die Veröffentlichung vorläufiger Geschäftszahlen sei für Investoren äußerst irreführend, da diese Informationen in der Regel wenig Aussagekraft hätten, sagte Dieter Hein von Credit Lyonnais Securities. Meist blieben mehr Fragen offen als beantwortet würden. Nach deutschem Börsenrecht seien Unternehmen dazu verpflichtet, kursrelevante Informationen umgehend der Öffentlichkeit bekannt zu geben. Deshalb müssten Firmen häufig bereits Informationen preisgeben, noch bevor sie über alle weiteren wichtigen Details Bescheid wüssten, kritisierte Hein. Vor allem ausländische Investoren betrachteten diese Praxis zunehmend als völlig inakzeptabel.