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Analysten: IT-Serviceanbieter sehen wieder Land

08.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Analysten schätzen, dass die führenden IT-Dienstleister im abgelaufenen Dreimonatszeitraum wieder bessere Ergebnisse erzielt haben. Demnach hat sich die Lage im Beratungsgeschäft stabilisiert. Daneben dürften die Serviceriesen von vorangegangenen Einsparungen und dem schwachen Dollar profitiert haben.

John Jones, Analyst von Soundview Technologies, geht davon aus, dass der Marktführer IBM Global Services seine Einnahmen im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar gesteigert hat - nicht zuletzt durch die Übernahme von PwC Consulting im Oktober vergangenen Jahres. Seiner Meinung nach wird der Vorsteuerprofit der IBM-Sparte 1,27 Milliarden Dollar betragen - das sind rund 10 Millionen Dollar mehr als im Vergleichsquartal. Nach Umfrage von First Call Thomson erwarten die Analysten im Schnitt, dass Big Blue insgesamt bei 21,85 Milliarden Dollar Umsatz einen Pro-forma-Gewinn von 1,02 Dollar je Aktie erzielt. Im Vorjahresquartal hatte der Gewinn aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 99 Cent pro Anteil betragen, damals flossen 19,82 Milliarden Dollar in die IBM-Kassen. Der Armonker IT-Konzern wird seine Quartalszahlen am 15. Oktober bekannt geben.

Weniger gut steht es nach Ansicht der Finanzexperten um Electronic Data Systems (EDS): Marktbeobachter erwarten, dass der texanische IT-Dienstleister wegen der Einführung einer neuen Bilanzierungsregel tiefrote Zahlen vorlegen wird. Diese wird zu einer Abschreibung von 1,9 bis 2,2 Milliarden Dollar führen, schätzen die Analysten, gleichzeitig muss der Konzern seine Bilanzen für das erste und zweite Quartal 2003 revidieren. Laut Umfrage von First Call Thomson wird EDS ohne die Milliardenabschreibung jedoch den Gewinn gegenüber dem Vergleichszeitraum 2002 von 18 auf 32 Cent pro Aktie steigern. Nach Ansicht der Finanzexperten profitiert das Unternehmen dabei von einer höheren Rendite, während die Einnahmen im Jahresvergleich von 5,41 Milliarden auf 5,35 Milliarden Dollar sinken sollen. EDS hatte im Juni angekündigt, zwei Prozent seiner rund 137.000-köpfigen Belegschaft zu entlassen. CEO Michael Jordan deutete

später jedoch an, dass die Stellenstreichungen unter Umständen deutlich üppiger ausfallen werden (Computerwoche online berichtete). Näheres dazu wird Jordan vermutlich am 22. Oktober zusammen mit den Quartalsergebnissen berichten.

Computer Sciences Corp. ( CSC ) hat nach Schätzungen von Analysten Anfang Oktober ein weiteres positives Quartal zu Ende gebracht. Die Company gab in den vergangenen drei Monaten Auftragseingänge mit einem Gesamtvolumen von rund 3,5 Milliarden Dollar bekannt, deutlich mehr als die 964 Millionen Dollar im Vergleichszeitraum 2002. Der Großteil der Servicevereinbarungen wurde mit staatlichen Regierungsstellen in den USA getroffen - nicht zuletzt dank der Übernahme des Dienstleisters Dyncorp (Computerwoche online berichtete). Laut Umfrage von First Call erwarten die Analysten, dass CSC seine Einnahmen im zweiten Geschäftsquartal 2003/2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 2,73 Milliarden auf 3,52 Milliarden Dollar steigern konnte. Der Gewinn pro Aktie dürfte gleichzeitig von 54 auf 59 Cent ansteigen, prognostiziert Joseph Vafi,

Analyst von Jefferies & Co. CSC gibt die Quartalszahlen im November bekannt.

Bereits am morgigen Donnerstag legt Accenture finanzielle Details zu seinem Ende August abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal offen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass der auf den Bermudas ansässige Beratungskonzern aus der Stabilisierung im Consulting-Markt Kapital schlagen konnte. So erwirtschaftet Accenture trotz wachsendem Outsourcing-Geschäft immer noch rund 70 Prozent seiner Einnahmen mit Beratungs- und Systemintegrations-Leistungen. Mitte September hatte die Company bereits vorläufige Ergebnisse bekannt gegeben. Demnach kletterte der Nettogewinn gegenüber dem Vergleichszeitraum 2002 von acht auf 25 Cent pro Aktie. Der Umsatz legte gleichzeitig um zwölf Prozent von 2,69 Milliarden auf drei Milliarden Dollar zu. Zieht man positive Währungseffekte durch den schwachen Dollar ab, wären die Einnahmen um fünf Prozent gestiegen. (mb)