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AMD will Chipproduktion in Dresden ausbauen

27.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Halbleiterhersteller Advanced Micro Devices (AMD) hat auf seiner Jahreshauptversammlung in New York unter anderem bekannt gegeben, die Produktionskapazität seiner Dresdner Fabrik von derzeit 50 Prozent bis zum Jahresende auf 100 Prozent auszuweiten. Der Grund dafür liege in neuen Chips, die deutlich kleiner und damit billiger in der Fertigung seien. Bei gleichbleibenden Herstellungskosten ließen sich größere Mengen produzieren. So soll der derzeit in der Entwicklung befindliche Chip mit dem Codenamen "Clawhammer" nur noch 105 Quadratmillimeter groß sein. Das entspricht in etwa den aktuellen "Athlon"-Prozessoren. Die derzeit erhältlichen "Pentium-4"-Chips von Intel hingegen sind doppelt so groß und entsprechend teurer in der Herstellung. Clawhammer soll gegen Jahresende als Testversion an PC-Händler ausgeliefert werden.

AMD kündigte in New York zudem an, dass wie geplant noch in diesem Quartal ein 1,4-Gigahertz-Athlon auf den Markt kommen soll. Im dritten Quartal werde man einen 1,5-Gigahertz-Prozessor nachlegen. Der Halbleiterhersteller, der bislang keine Chips für Notebooks anbietet, erklärte, seine ersten mobilen Athlons mit Namen "Palomino" würden bereits seit März an die PC-Hersteller ausgeliefert. Erste Produkte sollen im Mai in den Handel kommen.

Ferner wiederholte der AMD-Gründer und -Chef Jerry Sanders seine bereits vor drei Monaten angekündigte Absicht, im April 2002 das Ruder des Unternehmens an Hector Ruiz, President und Chief Operating Officer, abzugeben. Sein bevorstehender Austritt sei zudem ein Anreiz dafür, in diesem Jahr noch einmal ordentlich zuzulegen: "Je besser wir abschneiden, um so würdevoller mein Abgang." Nach vierjähriger Durststrecke war es AMD im vergangenen Jahr erstmals wieder gelungen, mit einem positiven Nettoergebnis von 983 Millionen Dollar bei Einnahmen von 4,64 Milliarden Dollar aufzuwarten.