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AMD schockiert mit Gewinnwarnung

06.07.2001
Advanced Micro Devices kündigt an, dass sein Gewinn im zweiten Quartal mit drei bis fünf Cent pro Aktie möglicherweise nur ein Neuntel der Wall-Street-Erwartungen erreicht. Auch die Einnahmen gingen stärker zurück als erwartet.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf Talfahrt dürfte sich heute die Aktie des Halbleiterkonzerns Advanced Micro Devices (AMD) begeben. Das Unternehmen gab gestern nachbörslich eine drastische Gewinnwarnung aus. Demnach droht für das zweite Quartal ein Profit zwischen drei und fünf Cent pro Aktie - schwarze Zahlen zwar, aber im schlimmsten Fall nur ein Neuntel der von Analysten laut First Call/Thomson erwarteten 27 Cent Profit je Anteilschein. AMD geht ferner davon aus, dass der Quartalsumsatz gegenüber den 1,19 Milliarden Dollar aus dem ersten Quartal um 17 Prozent auf 985 Millionen Dollar sinken wird. Der Rückgang fiele damit stärker aus als die zehn Prozent, die der Hersteller selbst erwartet hatte. Die Finanzwelt hatte auf Einnahmen von 1,08 Milliarden Dollar getippt.

Die Anleger reagierten prompt, im nachbörslichen Handel fiel das AMD-Papier bereits um 16 Prozent auf 24 Dollar. Analysten wundern sich übrigens nicht wirklich über den Einbruch: AMDs Einnahmen stammen zu rund einem Drittel aus dem Geschäft mit Flash-Speicher, der unter anderem in Handys, Digitalkameras und Handhelds zum Einsatz kommt. Mark Edelstone von Morgan Stanley schätzt, dass das Flash-Geschäft in den ersten zwei Monaten des zweiten Quartals gegenüber dem vorhergehenden Dreimonatszeitraum um rund 40 Prozent rückläufig war. Unter zusätzlichem Druck stehe AMDs Prozessorgeschäft, so der Analyst, vor allem durch Preissenkungen von Intel im Zuge der Pentium-4-Einführung.