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Amazon steigt ins Web-Services-Geschäft ein

18.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auch Amazon.com zeigt sich vom Web-Services-Fieber infiziert. Im Rahmen eines neuen Programms bietet der Online-Händler anderen Website-Betreibern die Möglichkeit, Amazon-eigene Funktionen und Inhalte in ihre Seiten zu integrieren. Zu den zur Fremdnutzung freigegebenen Elementen zählen etwa Produktbeurteilungen und -beschreibungen des Web-Shops, das Amazon-Suchsystem sowie dessen Wunschlisten.

Das neue Konzept baut auf Amazons langjähriges Mitgliederprogramm auf, das für jeden fruchtbaren Verweis auf die Site des Online-Händlers Kommissionszzahlungen an den vermittelnden Website-Betreiber vorsieht. Letztere können bis zu 15 Prozent des Produktpreises betragen. Bislang konnten die Amazon-Mitglieder allerdings lediglich über einen einfachen Link auf die Ware des Online-Shops verweisen. Vergleichbares bietet Ebay seit nahezu zwei Jahren. Im November 2000 hatte der Amazon-Rivale ein Programm für Entwickler ins Leben gerufen, das Zugriff auf das hauseigene API (Application Programming Interface) gewährte. Drittanbieter können das Ebay-API via XML nutzen, um dessen Listings auf ihren Websites anzuzeigen. Amazons Web-Services-Programm ermöglicht Entwicklern den Zugriff auf die eigenen Features via XML oder das XML-basierende Soap (Simple Object Access Protocoll). Zum Verkauf eigener Produkte können

Website-Betreiber die Amazon-Funktionen und -Inhalte allerdings nicht nutzen. Nach Angaben des Online-Händlers sollen die zur Verfügung gestellten Features primär Kunden auf die Amazon-Site führen und dort zum Kauf animieren.

"Es handelt sich zunächst einmal um eine erste Programmversion", erklärt Amazon-Sprecherin Patty Smith. Entsprechend den Reaktionen werde man den Service dann weiter verbessern. (kf)