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Amazon macht weiter schwere Verluste

28.10.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Die Amazon.com Inc. macht weiter rote Zahlen. Im dritten Geschäftsquartal 1999 sowie in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres verbuchte der Online-Händler noch höhere Verluste als in den Vergleichszeiträumen von 1998.<a href="http://" www.amazon.com="www.amazon.com" target="window.open()">Amazon.com</a> steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal 1999 gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum 1998 zwar um 132 Prozent auf 356 Millionen Dollar. Der Verlust erhöhte sich aber ebenfalls und zwar von 45,2 Millionen auf satte 197,1 Millionen Dollar. Allerdings beinhaltet dieses Defizit auch Investitionskosten für Aufkäufe. Ohne diese beläuft sich der operative Verlust auf 79 Millionen Dollar.

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres hat der Online-Händler für Bücher, Musikmedien und Auktionen den Umsatz von 357 auf 963,8 Millionen Dollar steigern können und wird damit 1999 erstmals die Eine-Milliarde-Dollar-Hürde nehmen. Der Verlust für die drei Quartale ist aber ebenfalls beeindruckend: 1998 belief er sich für die ersten neun Monate „nur“ auf 78,1 Millionen Dollar. In diesem Jahr schreibt Amazon mit 396,8 Millionen Miesen tiefrote Zahlen.

Offensichtlich setzt das Unternehmen aus Seattle im US-Bundesstaat Washington immer noch auf Wachstum um jeden Preis. Immerhin konnten im abgelaufenen Vierteljahr 2,4 Millionen Kunden hinzugewonnen werden. Insgesamt bestellten laut Amazon mittlerweile 13,1 Millionen Käufer bei dem E-Commerce-Pionier Produkte(1998: 4,5 Millionen). Allerdings muß auch diese Angabe relativiert werden: 72 Prozent aller Käufe kamen von Kunden, die schon früher in Amazons virtuellem Warenkorb stöberten.