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Aktionäre zerren Baan vor den Kadi

19.10.1998
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Vor einem US-Bezirksgericht ist am vergangenen Freitag im Namen der Aktionäre von Baan Klage gegen den niederländischen Hersteller betriebswirtschaftlicher Standardsoftware erhoben worden. Darin wird unter anderem behauptet, Baan habe im vergangenen Jahr eine Reihe "falscher und irreführender Aussagen über sein Geschäft" veröffentlicht, um den Aktienkurs hochzutreiben. Darüber hinaus sei der 1997 vermeldet Gewinnzuwachs von 24 Prozent nur durch "Finanzmanipulationen" zustande gekommen. Baan hält die Vorwürfe selbstverständlich für "vollkommen haltlos" und wird laut "Wall Street Journal" "aktiv dagegen vorgehen". Seit geraumer Zeit muß sich die holländische Company mit Vorwürfen im Zusammenhang mit ihren Buchhaltungsmethoden auseinandersetzen. Insbesondere die Verkäufe von Software an weitere Firmen, die von den Brüdern und Unternehmensgründern Jan und Paul Baan kontrolliert werden, standen im Kreuzfeuer der Kritik. Baan hatte daraufhin seine internen Abrechnungsmodalitäten geändert. Im Juli 1998 hatte Jan Baan den Sessel des Chief Executive Officer (CEO) geräumt und an den früheren McKinsey-Berater Tom Tinsley abgegeben.