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Agilent will nach hohen Verlusten 4000 Stellen streichen

21.08.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Hewlett-Packard- Spin-off Agilent Technologies schrieb im dritten Geschäftsquartal aufgrund der sinkenden Nachfrage nach Test- und Meß-Equipment hohe Verluste und kündigte die Entlassung von 4000 Mitarbeitern an. Das Unternehmen verbuchte zwischen Mai und Juli 2001 einen Netto-Fehlbetrag in Höhe von 219 Millionen Dollar oder 48 Cent je Aktie. Im Vorjahreszeitraum erwirtschaftete Agilent noch einen Nettogewinn von 155 Millionen, das waren 34 Cent pro Anteilschein. Die Resultate beinhalten den kürzlich veräußerten Geschäftsbereich Healthcare. Ohne diesen sowie ohne Berücksichtigung von Goodwill- und einmaligen Abschreibungen würde sich der Verlust pro Aktie auf 24 Cent belaufen. Analysten hatten mit 35 Cent Minus je Anteilschein gerechnet. Die Umsätze fielen gegenüber dem Vergleichszeitraum von 2,35 Milliarden auf 1,81 Milliarden Dollar, also um 23 Prozent. Noch

stärker war der Rückgang an eingehenden Aufträgen: Ihr Gesamtwert sank um mehr als die Hälfte von 2,85 Milliarden auf 1,32 Milliarden Dollar.

Agilent-Chef Ned Barnholt kommentierte den Einbruch als den schlimmsten, den er in seinen 34 Jahren bei Agilent und Hewlett-Packard erlebt habe. Zwar sei eine langsame Erholung in Sicht, aber die Stellenstreichungen seien nötig, um die Personalstärke dem reduzierten Geschäftsniveau anzupassen. Wegen der bevorstehenden Entlassungen rechnen die Kalifornier mit einer Belastung von rund 200 Millionen Dollar. Der Personalabbau soll Ende 2002 beendet sein und jährlich rund 500 Millionen Dollar einsparen. Etwa die Hälfte der Entlassungen betreffen den Fertigungsbereich. Positiv bewertet Agilent, dass es gelungen sei, die Ausgaben um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr sowie 15 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal zu senken. Die Verluste fielen deshalb niedriger als befürchtet aus. Für das laufende Quartal, das bis Ende Oktober dauert, erwartet das Unternehmen eine weiteren Umsatzrückgang auf zwischen 1,3 und 1,5 Milliarden Dollar.