Tech Predictions 2020

5 Trends, die Sie 2020 begleiten

24.01.2020
Von   IDG ExpertenNetzwerk
Oliver Ebel ist Area Vice President Central Europe bei Citrix. In seiner Rolle verantwortet er das Geschäft rund um die Citrix-Lösungen für den digitalen Arbeitsplatz und moderne Netzwerke in der DACH-Region. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der IT-Branche. Davor bekleidete der Autor unterschiedliche nationale und internationale Managementfunktionen bei Lenovo und IBM.
Auch 2020 wird es in der Branche nicht langweilig werden. Lesen Sie fünf besonders interessante Tech-Trends für das inzwischen nicht mehr ganz neue Jahr.
Wirft sie einen virtuellen Blick in die Zukunft?
Wirft sie einen virtuellen Blick in die Zukunft?
Foto: Martin Novak - shutterstock.com

Das Jahr 2019 war ohne Zweifel ein sehr spannendes Jahr für alle im IT-Bereich. Doch nicht weniger spannend wird es im Jahr 2020 für die IT-Branche und deren Kunden weitergehen. Die folgenden fünf Trends werden uns begleiten und wir sollten das Beste daraus machen.

CIOs bekommen eine neue Rolle

Die Chefs der IT galten viele Jahre lang als Nein-Sager im Unternehmen. Vieles, was sich die Abteilungen gewünscht haben, war nicht möglich. Das ändert sich allerdings gerade mit den neuen technologischen Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet. Der CIO sitzt an der Quelle dieser Innovationen und sieht, was möglich ist. In Zukunft werden wir daher erleben, dass die IT-Chefs Förderer von Innovation im gesamten Unternehmen werden. Es geht nun darum, Barrieren, die sich noch zwischen Business und IT befinden, einzureißen. Silodenken hat endgültig ausgedient. Ein CIO, der dies glaubhaft vermitteln kann, stärkt damit letztlich auch seine eigene Position im Unternehmen.

Employee Experience wird zum Differenzierungsmerkmal

Der Fachkräftemangel ist bereits seit mehreren Jahren ein Schlagwort in den Medien. Besonders eklatant ist er im IT-Sektor. Aber auch andere Branchen sind betroffen und müssen sich fragen, was sie tun können, um neue Mitarbeiter zu gewinnen und bestehende zu halten. Ein entscheidender Aspekt dabei ist die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Unternehmen beginnen zunehmend diesem Aspekt neben der Kundenzufriedenheit mehr Bedeutung einzuräumen. 2020 werden immer mehr Personalverantwortliche Wert darauf legen, dass es im Unternehmen Technologien und Prozesse gibt, die die Zufriedenheit der Belegschaft fördern. Ansonsten müssen die HR-Abteilungen fürchten, dass ihre Angestellten zu Konkurrenten abwandern, die diesbezüglich besser aufgestellt sind.

Die KI kommt – teilweise

Künstliche Intelligenz (KI) ist seit geraumer Zeit in der Tech-Welt omnipräsent. Es gibt mittlerweile die verschiedensten "KI-getriebenen" Dienste auf dem Markt. Um eine wirkliche Künstliche Intelligenz, die der menschlichen nahekommt, handelt es sich dabei allerdings nicht. Stattdessen steckt dahinter vielmehr ein Synonym für Machine Learning. Doch auch das maschinelle Lernen macht bereits erstaunliche Dinge möglich, ohne mit dem menschlichen Gehirn gleichzuziehen. Das kann man beispielsweise im Alltag an immer personalisierteren Online-Erfahrungen sehen.

Auch 2020 wird es weiterhin um die sogenannte schmale KI gehen, die auf spezifische Anwendungen beschränkt ist. Aus diesem Grund wird sie auch nicht massenhaft Arbeitsplätze überflüssig machen. Statt davor Angst zu haben, sollten wir uns lieber fragen, welche neuen Möglichkeiten sich durch den Einsatz von KI-Anwendungen in den verschiedenen Branchen ergeben. Intelligente Algorithmen und Mustererkennung haben das Potenzial, viele Routineabläufe im Arbeitsalltag zu automatisieren, was Mitarbeitern mehr Zeit für produktive Tätigkeiten verschafft.

Alles as-a-Service

Ein Programm auf der Festplatte installieren, das kann man vermutlich bald in einem Atemzug mit "Kassetten zurückspulen" nennen. On-Premise-Installationen von Software werden in immer mehr Bereichen von As-a-Service-Angeboten verdrängt. Schnellere, zuverlässigere und günstigere Internetverbindungen haben es möglich gemacht. Mittlerweile gibt es alles aus der Cloud.

Seit dem Launch von Google Stadia auch Gaming, das bisher eine letzte Domäne der Festplatteninstallationen war. Große monolithische Softwareumgebungen, die alle paar Jahre von neuen Versionen abgelöst werden, gehören der Vergangenheit an. In Zukunft werden sich stattdessen flexible Micro Services durchsetzen. Das heißt allerdings auch, dass wir neue Ansätze in der Entwicklung und im IT-Betrieb brauchen.

Die Gig Economy weitet sich auf mehr Bereiche aus

Unter Gig Economy verstehen wir die kurzfristige Vergabe kleinerer Aufträge an Selbstständige, Freiberufler oder Minijobber. Beispiele hierfür sind etwa der Fahrdienst Uber oder Lieferdienste für Essen aus Restaurants. Bisher finden sich Beispiele für die Gig Economy vorrangig im Transport- und Logistiksektor. Prinzipiell lässt sich das Konzept, kleine Aufträge über digitale Plattformen und Apps zu vergeben, auch auf andere Bereiche ausdehnen.

So wird es bereits für Designer und Texter angewendet. In Zukunft wird es auch in anderen Wirtschaftsbereichen zur Normalität werden, dass wir Mitarbeiter nie live zu Gesicht bekommen werden. Jetzt stellt sich die Frage, welche technischen Voraussetzungen wir brauchen, um uns auf diese neuen Arbeitsmodelle vorzubereiten. (bw)