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4MBO stellt Insolvenzantrag

27.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Schließung der IT-Sparte hat für die 4MBO International Electronic AG dramatische Folgen: Wie der Marketing-Dienstleister aus dem schwäbischen Plochingen heute Mittag mitteilte, stellen die Gläubigerbanken die dazu notwendige Finanzierung trotz "vielversprechender Gespräche" derzeit nicht zur Verfügung. Deshalb werde der Vorstand von 4MBO noch heute beim zuständigen Amtsgericht Esslingen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit stellen.

Vorstand und Aufsichtsrat hatte Mitte Dezember den Ausstieg aus dem Geschäft mit Computern und Notebooks beschlossen, nachdem die Discounter und Elektronikfachmarktketten das Volumen ihrer vorweihnachtlichen PC-Aktionen um bis zu 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgefahren hatten. Die Aufwendungen für die Schließung des Bereichs inklusiver der Abschreibungen auf Firmenwerte, der Gewährleistungen auf verkaufte "Volks-PCs" sowie der Abfindungen für entlassene Mitarbeiter bezifferte 4MBO auf insgesamt 11,8 Millionen Euro.

Wegen des Umsatzeinbruch im PC-Geschäft und der darauf folgende Aufgabe des Bereichs war 4MBO 2003 noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, erhöhte sich der Vorsteuerverlust nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem Vorjahr von 11,4 Millionen auf 25,5 Millionen Euro, während der Umsatz um 26 Prozent auf 213,1 Millionen Euro zurückging. Bereits vor einer Woche hatte sich 4MBO nach einem Streit über die künftige Strategie von Vorstandssprecher Erwin Landherr getrennt. (mb)