Kaufberatung SSDs

Welche SSDs lassen sich bei Defekt retten?

25.04.2013
Von 
Regina Böckle durchforstet den Markt nach Themen, die für Systemhäuser und Service Provider relevant sind - oder es werden könnten - und entwickelt dazu passende Event-Formate.
Solid State Disks (SSDs), die mit Sandforce-Controllern der Serie 2281 ausgestattet sind, können Probleme bei der Datenrekonstruktion bereiten. Das Datenrettungsunternehmen Kuert hat eine Übersicht der betroffenen SSDs erstellt.

Solid State Disks (SSDs) die mit Sandforce-Controllern der Serie 2281 ausgestattet sind, können Probleme bei der Datenrekonstruktion bereiten. Das Bochumer Datenrettungsunternehmen Kuert hat eine Übersicht der betroffenen SSDs erstellt. Bereits im Mai 2011 hatten Experten für NAND-Flash Datenrettung von Kuert auf das Problem hingewiesen. Ursache des Problems ist eine herstellerseitige controllerbasierte interne Hardware-Verschlüsselung welche sich nutzerseitig nicht deaktivieren lässt. Doch welche SSDs lassen sich aus datenrettungstechnischer Sicht generell retten und welche Modelle würde ein Datenrettungsunternehmen seinen Kunden zum Kauf empfehlen?

Im Rahmen einer Kaufberatung bewertet Kuert die SSDs fernab von Fragen hinsichtlich Performance oder Zugriffszeiten und benennt die Solid-State-Disks, die sich im Falle einer physikalischen Beschädigung oder aufgrund von elektrischer Überspannung auch nachweislich retten lassen.

Sandforce 2281 - Bei Diebstahl Zugriff, bei Ausfall Verzweiflung

"Grundsätzlich warnen wir vor dem Kauf von SSDs, die mit einem Sandforce-Controller ausgestattet sind, da sich diese bei einem Controller-Defekt nur schwer bis unmöglich retten lassen. Die Sandforce-Hardwareverschlüsselung ist hierbei weder ein Qualitäts- noch ein Sicherheitsmerkmal. Hinzu kamen in der Vergangenheit Kinderkrankheiten und Firmware-Problematiken die in den meisten Fällen mit einem Datenverlust bei betroffenen Kunden einher gingen", so das Fazit von Martin Eschenberg, Marketingleiter der Kuert Datenrettung Deutschland GmbH.

Rettbare SSD-Controller-Typen

Hersteller

Modell

Controller-Chip

Crucial

M4

Marvell 88SS9174-BLD2*

Intel

X-25M

Intel PC29AS21AA0

Intel

SSD 510 (120 GB)

Intel 88SS9174

Intel

G2 / G3

Intel

Intel

SSD 320

Intel PC29AS21AA0

Kingston

SSD Now V100+ (96GB)

JMicron JMF618

OCZ

Vertex 4 / "Everest"

Indilinx IDX300M00-BC

Plextor

M3

Marvell 88SS9174-BKK

Plextor

PX-128M2S

Marvell 88SS9174

Samsung

830

Samsung MCX S4LJ204X01

Samsung

840

Samsung MCX 4LN021X01

*) Bedingt rettbar, abhängig vom jeweiligen Controller-Chip und Rev.

Quelle: Kuert Datenrettung

Nicht rettbare SSDs bei Controller-Defekt (alle mit Sandforce-Controller):

Hersteller

Modell

Adata

XPG SX900

Corsair

Force 3

Corsair

Force GT 120 GByte

Intel

520

Intel

320 mit PC29AS21BA0 Chip

Kingston

HyperX SSD 240 GByte

Kingston

HyperX 3K

Kingston

SSD now V300

OCZ

Vertex 2, 3 und Agility

PNY

Professional SSD

SanDisk

Extreme

Verbatim

3SSD

Quelle: Kuert Datenrettung

Sandforce-Controller finden sich in nahezu allen SSD-Festplatten von zahlreichen namhaften Herstellern wieder. "Leider wird nicht immer über die jeweilige technische Spezifikation darüber informiert welcher Controller-Typ exakt verbaut ist", erklärt Eschenberg. "Wir wollen all denjenigen Kunden unter die Arme greifen, welche die Anschaffung einer SSD planen und die sich die Option einer möglichen Datenrettung, im Worst-Case Szenario, bewusst offen halten wollen."

Samsung SSDs der Serien 830 und 840

Kuert zufolge bieten die SSDs der Serien 830 (Controller-Typ: S4LJ204X01) und 840 (Controller-Typ: S4LN021X01) des Herstellers Samsung sowohl vom Preis-/Leistungsverhältnis, als auch von den Rettungsmöglichkeiten im Falle eines Defekts, die besten Voraussetzungen. Auch die meisten Solid-State-Discs die zum Datentransfer mit einem Marvell-, Indilinx- oder JMicron-Chip ausgestattet sind bieten laut Kuert verhältnismäßig gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Datenrettung.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der CW-Schwesterpublikation ChannelPartner. (mhr)