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Warchalk: Kostenlos ins WLAN

19.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Als in London immer mehr geheimnissvolle Kreidezeichen auftauchten, zeigten sich die britische Presse und offizielle Stellen zunächst ratlos. Aufklärung brachte erst der Besuch der vom Londoner Webdesigner Matt Jones betriebenen Website "Warchalking.org". Dort ist zu erfahren, dass die Kreidezeichen Access Points zu WLANs (Wireless Lans) markieren, die Computerfreaks mit entsprechend ausgerüsteten Notebooks und PDAs (Personal Digital Assistants) anzapfen, um kostenlosen Zugang zum Internet zu bekommen.

Warchalk in der Londoner Innenstadt (Quelle Warchalking.org)
Warchalk in der Londoner Innenstadt (Quelle Warchalking.org)

"Warchalk" (Kriegskreide) nennt Jones die Zeichen nach der

als "Wardriving" bekannten Methode, aus dem fahrenden Auto heraus offene Funknetze aufzuspüren und in diese einzudringen. In der aktuellen Version 0.9 gibt es drei Symbole, die offene, geschlossene und durch die Verschlüsselungsmethode WEP (Wired Equivalent Privacy) gesicherte Zugangsknoten bezeichnen. Die Symbolik orientiert sich an der so genannten Hobo-Zeichensprache, über die fahrende Gelegenheitsarbeiter in den USA der 30er-Jahre Informationen über Jobs austauschten. Die Kreidemarkierungen ziehen mittlerweile um die Welt, berichtet Jones. Demnach wurden Warchalks auch schon in Montauban (Frankreich) und in Los Angeles gesichtet. Wer in seiner Heimatstadt ebenfalls Zeichen findet, sollte nach Einschätzung von Experten genau überlegen, ob er die zugehörigen Access Points für einen Besuch im Internet anzapfen will. Denn ohne Zustimmung ihrer Betreiber ist die Nutzung illegal. (lex)