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Vivendi begleicht nun doch erste UMTS-Rate

04.10.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Medienkonzern Vivendi Universal hat die erste Rate von 619 Millionen Euro für eine UMTS-Lizenz an die französische Regierung bezahlt. Zuvor hatte die Vivendi-Tochter SFR/Cegetel den fälligen Betrag wegen der veränderten wirtschaftlichen Bedingungen zunächst verweigert und die Summe stattdessen auf einem Sperrkonto hinterlegt. Der Staat stellte daraufhin ein Ultimatum und drohte Sanktionen an, falls das Geld nicht bis Montag überwiesen sei. Trotz der nun erfolgten Zahlung verlangt der Mobilfunkbetreiber SFR von der französischen Regierung die Gespräche über den Lizenzpreis und die Modalitäten der Bezahlung fortzusetzen. Der Konzern will angesichts der schwachen Wirtschaftslage erneut über die Lizenzgebühren verhandeln. Am 31. Dezember 2001 wird die zweite Rate fällig.

Im Juni dieses Jahres hatte die französische Regierung zwei der vier UMTS-Mobilfunklizenzen vergeben. Die staatliche Telekom-Aufsichtsbehörde ART erteilte den Zuschlag an die France-Télécom-Tochter Orange und an SFR. Die Konzerne waren die einzigen Bewerber für die Lizenzen. Andere Interessenten wie der Bau- und Telefonkonzern Bouygues Télécom und die Deutsche Telekom sowie ein Bewerberkonsortium, bestehend aus dem einheimischen Versorgungskonzern Suez Lyonnaise und der spanischen Telefongesellschaft Telefónica, waren wegen zu hoher Kosten abgesprungen. Im Gegensatz zu Deutschland oder Großbritannien wurden die französischen Mobilfunk-Lizenzen nicht versteigert, sondern zu einem Fixpreis von jeweils 4,95 Milliarden Euro für eine Verpachtung auf 15 Jahre angeboten. Die Hälfte der Summe muss in den ersten beiden Jahren nach Lizenzerwerb bezahlt werden (Computerwoche online berichtete).