Web

 

Vier Konsortien bewerben sich um Galileo-Konzession

15.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Für den Bau und Betrieb des europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo haben sich insgesamt vier Konsortien beworben. Während die EU-Kommission selbst keine Namen nannte, gaben inzwischen drei Konsortien die Abgabe eines Angebots bekannt: Demzufolge bemüht sich der französische Satellitenbetreiber Eutelsat gemeinsam mit dem IT-Dienstleister LogicaCMG, Hispasat und Aena (Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea) um den Zuschlag für das "Galileo Joint Undertaking" (GJU). Mit von der Partie ist außerdem ein Konsortium um den britischen Wettbewerber Inmarsat, EADS Space und den französischen Thales-Konzern. Als Außenseiter tritt zudem die auf die Geschäftsbereiche Raumfahrt & Sicherheit, Telematik und Satellitendienste spezialisierte OHB Technology AG, Bremen, an. Weitere Mitglieder dieses "Navigator Consortium" sind nicht namentlich bekannt, laut OHB handelt es sich um "zahlreiche europäische

Unternehmen, die vornehmlich auf die Geschäftsbereiche Navigation und Marktentwicklung spezialisiert sind".

Die EU-Kommission will im Januar 2004 einen Vorauswahl treffen, die endgültigen Konzessionen für die Entwicklungsphase (2006-2007) und Betriebsphase sollen ab 2008 von Galileo vergeben werden. Die Lizenzen umfassen unter anderem den Bau der Satelliten und der dazu gehörigen Bodenstationen, die Entwicklung von Anwendungen sowie die Kommerzialisierung der Dienste. Im Jahr 2008 soll das weltweit erstes ziviles Satelliten-Navigationssystem seine volle Einsatzfähigkeit erreicht haben und eine Vielzahl neuer Anwendungen der weltraumgestützten Positionsbestimmung und Ortung ermöglichen. Das Einsatzspektrum von Galileo reicht von der Routenplanung im Straßenverkehr über die Flugverkehrskontrolle bis hin zur effizienteren Ausnutzung von Schienennetzen. Das gesamte Marktpotenzial der Navigationsgeräte und Anwendungen beziffert die EU-Kommission bis 2015 auf zehn Milliarden Euro pro Jahr, gleichzeitig geht die Behörde von mehr als 100.000 neuen Arbeitsplätzen

durch Galileo aus. (mb)