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Steigt KPN bei KPNQwest aus?

05.10.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der niederländische TK-Konzern KPN erwägt offenbar den vollständigen oder teilweisen Verkauf seiner Beteiligung an dem Joint Venture KPNQwest. Ein Unternehmenssprecher bestätigte, man verhandle derzeit mit dem US-Partner Qwest Communications über eine mögliche Veränderung der Besitzverhältnisse und -regeln an dem Gemeinschaftsunternehmen, an dem beide Firmen jeweils 44,3 Prozent halten. Im Rahmen des bestehenden Vertrags hatten sich die Carrier verpflichtet, ihre Anteile bis 2004 zu halten.

Analysten halten einen Verkauf der KPN-Anteile zum augenblicklichen Zeitpunkt für ungünstig, da der Aktienkurs von KPNQwest in den vergangenen Monaten drastisch gefallen ist. Der Erlös aus einem kompletten Verkauf der KPN-Beteiligung an dem Joint Venture würde sich derzeit auf rund 954 Millionen Euro belaufen. Allerdings stehen die Niederländer unter hohem Druck, ihre Schulden in Höhe von rund 23 Milliarden Euro zu reduzieren.

Qwest-Chairman Joseph Naccio sagte auf einer Konferenz von Goldman Sachs in New York, dass sich sein Unternehmen mit KPN derzeit über die "Kontrolle" von KPNQwest unterhalte. Der US-Carrier selbst sei nach wie vor an Investitionen in Europa interessiert. Das Gemeinschaftsunternehmen ist mit dem Aufbau eines Glasfasernetzes beschäftigt, das 50 europäische Städte verbinden soll.