Tech-Aufklärung

So sind Ihre Kinder sicher im Netz

Emmanuel Schalit ist CEO beim Sicherheitsanbieter Dashlane. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Geschäftsführung von globalen Unternehmen und Produktinnovationen in der Hightech- und Medienbranche. Vor seinem Eintritt bei Dashlane war Schalit CEO von CBS Outdoor France, davor war er SVP und Chief Strategy Officer bei Vivendi Universal Games (heute Activision Blizzard). Darüber hinaus war Emmanuel auch Gründer und CEO von flipside.com. Emmanuel hat einen Master-Abschluss von der École Polytechnique in Paris und einen Doktortitel in Informatik der Université de Toulouse. Er studierte außerdem Marketing und Finanzen im Executive Education Programm an der Harvard Business School.
Alexis ist Co-Gründer und Vice President of Product beim Sicherheitsanbieter Dashlane. Als „Wrangler” des Teams sorgt er bereits seit 2009 stets für einen reibungslosen Projekt-Ablauf und das Entwickeln neuer Features. In seiner Freizeit codiert Alexis den Kulturblog „Playlist Society“, spielt mehrere Instrumente und wettet für sein Leben gerne – stets um einen Martini.
Gerade in der Ferienzeit schlagen die Kids gerne über die Stränge. Auch wenn es um die Internetnutzung geht. Damit das nicht mit einer bösen Überraschung endet, sollten Sie Ihr Kind aufklären.

Wenn Kinder heranwachsen, führen Eltern oft ernste Konversationen zu bedeutenden Themen. Die Kids sollen bestmöglich auf potenzielle Hindernisse und ungewohnte Situationen vorbereitet sein. Doch ein wichtiges Thema unserer Zeit wird dabei häufig vergessen - die Information über das richtige und sichere Verhalten von Kindern im Internet. Und das, obwohl die meisten Eltern tagtäglich mit dem Rechner online arbeiten und die älteren Geschwister wie selbstverständlich täglich Facebook, Instagram und/oder Snapchat nutzen.

Kinder sollten im Internet keine bösen Überraschungen erleben müssen. Damit es nicht soweit kommt, sollten Sie das Gespräch suchen.
Kinder sollten im Internet keine bösen Überraschungen erleben müssen. Damit es nicht soweit kommt, sollten Sie das Gespräch suchen.
Foto: Yiorgos GR - shutterstock.com

Viele Eltern sind besorgt über die digitale Welt, die ihre Kinder in der Schule aktiv miterleben. Klassenkameraden machen fortlaufend auf neue Webseiten und Apps aufmerksam. Allerdings kann - beziehungsweise sollte - man die Online-Aktivitäten seiner Kinder auch nicht kontinuierlich überwachen. Das Beste ist daher, rechtzeitig und umfassend über Internetsicherheit und Privatsphäre im digitalen Raum aufzuklären. Diese Themen gehören zum Alltag von Kindern und Jugendlichen und dürfen von den Eltern nicht ignoriert werden.

So klären Sie Kinder über Internetsicherheit auf

Es geht also um den Schutz der digitalen Identität und die Absicherung gegen Cyberkriminalität im Internet - nicht nur für Familien mit Kindern ein brandaktuelles Thema. Was gilt es also für Eltern zu beachten? Und wie können Sie Ihre Kinder für die Gefahren im Netz bestmöglich sensibilisieren? Lesen Sie, wie das Tech-Aufklärungsgespräch mit Ihrem Kind zum Erfolg wird.

1. Werden Sie Fan!

Folgen Sie Ihren Kindern auf den sozialen Netzwerken, um nerviges Nachfragen und Überwachung Ihrerseits zu vermeiden. Zeigen Sie Interesse an den Internetseiten und Menschen - vor allem Influencern - für die sich Ihr Kind interessiert. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden und haben Möglichkeiten zum Dialog. Machen Sie daraus einen kleinen Workshop und lassen Sie sich von Ihrem Kind direkt bei der Anmeldung auf den verschiedenen Seiten helfen und deren Inhalt erklären. Stecken Sie dabei auch Grenzen ab und klären Sie über das richtige Verhalten im Netz auf.

2. Die "Stadion"-Regel

Ein Post (Link, Foto, Video, etc.) kann langfristige Konsequenzen haben, die vor der Veröffentlichung in Betracht gezogen werden sollten. Eine einfache Regel schafft Klarheit: Ist Ihr Kind damit einverstanden, wenn das Foto oder Video auf einem überdimensionalen Bildschirm in einer Konzerthalle oder einem Stadion gezeigt werden würde? Wenn nicht, ist ein erneutes Abschätzen der Risiken sinnvoll. Oft sind auch andere Kinder auf den Fotos abgebildet, ohne deren Kenntnis diese Bilder oder Videos nicht veröffentlicht werden sollten. Machen Sie Ihren Kindern deutlich, dass jeder Inhalt, der online publiziert wird, gespeichert, geteilt, zweckentfremdet und weiterverwendet werden kann - und zwar ohne vorher zu fragen!

3. "Lass Dich nicht von Fremden ansprechen"

Das gilt auch online. Nicht mit fremden Menschen auf der Straße zu sprechen oder sich ansprechen zu lassen, bringen Eltern ihren Kindern schon sehr früh bei. Im 21. Jahrhundert lauern "Fremde" aber nicht mehr nur in dunklen Gassen, sondern auch hinter dem Computer-Bildschirm. Bläuen Sie Ihren Kindern daher ein,

  • niemals ihren Wohnort, Telefonnummern, Name der Schule oder E-Mailadresse oder andere persönliche Daten online zu veröffentlichen.

  • niemals E-Mails von unbekannten Absendern zu öffnen.

  • niemals Links und ungewöhnliche Anhänge in Mails zu öffnen.

  • niemals Personen in Social-Media-Kanälen hinzuzufügen, wenn diese unbekannt sind.

  • niemals Fotos oder Videos mit leichter Bekleidung oder gar unbekleidet zu veröffentlichen.

  • keine diskriminierenden Hasskommentare zu posten.

  • keine Fotos zu veröffentlichen, auf denen persönliche Daten zu erkennen sind (Autokennzeichen, Ausweise, etc.).

4. Passwort-Kultur

Als Erwachsene wissen wir, wie wichtig es ist, ein sicheres Passwort für jeden Online-Zugang zu verwenden. Ihre Kinder wissen aber vielleicht nicht, dass ein Passwort ein wichtiger Schlüssel zu sensiblen Daten darstellt. Viele Webseiten verlangen außerdem nicht die gängigen Sicherheitsregeln bei Passwörtern. Wenn Sie sich viele verschiedene Passwörter nicht merken können oder wollen oder sich unsicher sind, ob diese die Sicherheitskriterien erfüllen, greifen Sie auf einen Passwort-Manager zurück.

5. Geräte-Sicherheit

Nachdem Sie die oben genannten Punkte "abgearbeitet" haben - idealerweise nicht alle in einem Gespräch - können Sie sich dem Gebiet Geräteschutz zuwenden:

  • Sperren Sie Ihr Gerät immer mit einem PIN-Code

  • Wählen Sie sich nach Möglichkeit nicht in öffentliche WLAN-Netzwerke ein. Hacker haben hier leichtes Spiel und kommen schnell an sämtliche Informationen, die auf dem Gerät gespeichert sind.

  • Zeigen Sie Ihren Kindern, wie verdächtige E-Mails aussehen und wie man mit diesen umgeht.

  • Zeigen Sie Ihren Kindern, dass Apps und Programme nur von offiziellen beziehungsweise zertifizierten Webseiten heruntergeladen werden sollten und wie man diese identifiziert. (fm)