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Skatsport wird rauchfrei, aber geht nicht online

20.11.2006
Der Skatsport wird rauchfrei, aber geht nicht online. Bei seinem Kongress in Altenburg beschloss der Deutsche Skatverband am Wochenende ein Rauchverbot für Turniere.

Keinen Weg fand das beliebteste deutsche Kartenspiel hingegen ins Internet: Turniere werden auch weiterhin von Anfang bis Ende am Tisch ausgespielt. Außerdem wurde die Verbandssatzung um den Zusatz „Skatspielerin“ ergänzt. „Das mit den Frauen wurde rasch beschlossen, aber gegen die militanten Raucher gab es ein zähes Ringen und nur eine knappe Mehrheit“, beschrieb Verbandssprecher Herbert Binder die hitzige Abstimmung.

Eigentlich wollte der Skatverband ein eigenes Internetangebot schaffen, um Qualifikationen für Meisterschaften künftig online auszutragen. So sollten einerseits mehr Spieler teilnehmen können und andererseits Fahrtkosten gesenkt werden. Doch der Vorschlag des Präsidums scheiterte auf dem 29. Skatkongress. „Vor allem die älteren Delegierten befürchteten Benachteiligungen mangels Kenntnissen über das Internet“, sagte Binder am Sonntag. Nun soll ein neuer Vorschlag erarbeitet werden, den Internetverband in den Skatverband aufzunehmen und ein entsprechendes Spielangebot schrittweise zu etablieren. „Bis dahin muss sich der organisierte Skatsport noch etwas verjüngen.“

Neues gibt es auch im Regelwerk: Beim Abheben müssen künftig mindestens vier statt bisher drei Karten liegen bleiben oder abgehoben werden. Wer Skat als Sport betreibt, kann damit in Zukunft auch wieder Geld verdienen, denn für den Gewinn der Deutschen Meisterschaft wird es wieder ein Preisgeld geben, das etwa 500 Euro betragen soll.

380 Delegierte der Landesskatverbände trafen sich zum 29. Deutschen Skatkongress, der erstmals seit 70 Jahren wieder in der Skathauptstadt Altenburg ausgetragen wurde. Neuer Verbandspräsident wurde Peter Tripmaker aus Beckum bei Münster in Nordrhein-Westfalen.

Der Kongress ist die parlamentarische Versammlung der organisierten deutschen Skatspieler und tagt alle vier Jahre – „wahrscheinlich auch in vier Jahren in der Skathauptstadt Altenburg“, erklärte der scheidende Präsident Heinz Jahnke. Unter seinem Verbandsvorsitz konnten nach der Wende alle Gremien des Skatspiels in der thüringischen Stadt vereint werden: Neben dem Skatmuseum und dem Skatgericht ist seit Anfang des Jahres auch der Verband selbst von Bielefeld nach Altenburg gezogen. Auch Deutschlands größte Spielkartenfabrik hat hier ihren Sitz. (dpa/tc)