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Schwere Zeiten für Online-Lieferant Kozmo

21.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Online-Lieferant Kozmo steuert schweren Zeiten entgegen: Inmitten der wachsenden Bedenken vieler Investoren über das Geschäftsmodell, hat die finanziell angeschlagene US-Company ihren Börsengang abgeblasen. Schon im März hatte das Unternehmen sein Going Public angemeldet, dann aber wegen der ungünstigen Marktbedingungen verschoben. Am vergangenen Freitag zog Kozmo den Antrag nun endgültig zurück und muss auf die erhofften Einnahmen von zirka 150 Millionen Dollar verzichten.

Doch dies ist nicht der einzige Rückschlag für den Online-Händler: Seit Gründung des Unternehmens ist kein Ausweg aus der negativen Geschäftsbilanz in Sicht. So betrug allein für das Jahr 1999 der Nettoverlust 26,4 Millionen Dollar. Der Umsatz lag gerade mal bei 3,5 Millionen Dollar. Darüber hinaus wirkt sich die finanziell kritische Situation auch auf die Belegschaft aus. In der vergangenen Woche wurden 275 der knapp 3000 Mitarbeiter entlassen. Weitere Kürzungen wurden bereits angekündigt. Nach Unternehmensangaben liege allerdings der Grund für die Personaleinsparungen darin, dass kürzlich ein perfektioniertes Computersystem für die gesamte Logistik eingeführt wurde.

Kozmo beliefert rund 300 000 Kunden in elf US-amerikanischen Städten mit Videos, Snacks, Büchern, Zeitschriften, CDs und Drogeriewaren. Das Angebot wird online geordert und innerhalb einer Stunde per Fahrradkurier direkt nach Hause geliefert - und dies zu Preisen, die nicht über denen im Laden liegen.