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Schnellschüsse mit der Digicam

24.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bei den digitalen Kameras zählen vor allem Megapixel. Über die eingebauten Signalprozessoren, die für die Verarbeitung in der Digicam zuständig sind, macht sich kaum jemand Gedanken. Das Start-Up-Unternehmen Nucore Technology will nun die Aufmerksamkeit der Anwender und Kamerahersteller auf diese Bausteine lenken. Das Unternehmen stellt digitale und analoge Signalprozessoren her, die in einer Digicam das Signal des Bildsensors so umwandeln, dass es gespeichert werden kann. Die meisten japanischen Kameraproduzenten fertigen allerdings ihre Signalprozessoren selbst oder kaufen möglichst billige Chips.

Dabei mache die Wahl des Signalprozessors den Unterschied aus, behauptet Nucore-Chef James Chapman. Der Nucore-Chip soll die Bilder auf ihrem Weg zum Speicher wesentlich schneller verarbeiten als andere Modelle und damit dem Fotograf schnellere Bildfolgen ermöglichen. Die erste mit diesem Chip bestückte Kamera ist die Lumix DMC-F7 von Panasonic. Sie erlaube fünf Bilder pro Sekunde. Normlerweise brauchen digitale Kameras mehrere Sekunden, um zwischen zwei Shots das Bild zu speichern.

Der Geschwindigkeitsvorteil des Nucore-Prozessors könnte ein überzeugendes Verkaufsargument sein, meint der IDC-Analyst Chris Cute: "Die lange Zeit, die zwischen dem Drücken des Auslösers und der eigentlichen Aufnahme liegt, war immer ein Nachteil der digitalen Kameras." Die Herausfordrung für Nucore sei nun, sich gegen die Hersteller durchzusetzen, die ihre eigene Chip-Produktion haben. Es sei schwierig, mit nur einem Produkt an den Markt zu gehen, wenn die potenziellen Kunden ihre Bedarfsentscheidung bereits gefällt hätten. (js)