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Nokia unter Druck

10.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Aktien des finnischen Handy-Konzerns Nokia sind in den vergangenen Tagen massiv unter Druck geraten und auf den tiefsten Stand seit über drei Jahren gefallen. Ein Grund war die versteckte Gewinnwarnung von Intel Ende letzter Woche, zudem hat Nokias Zulieferer RF Micro Devices einen schleppenden Geschäftsverlauf im laufenden Quartal gemeldet. Zwar sagte die Chipfirma nicht, welcher Kunde für die Schwäche verantwortlich sei; allerdings resultieren zwei Drittel der RF-Umsätze aus Aufträgen von Nokia. Die Finnen wollen am morgigen Dienstag einen Zwischenbericht über den Verlauf des aktuellen Berichtszeitraums abgeben. Prognosen für das Gesamtjahr werden voraussichtlich nicht gemacht.

Die Investmentbank Merrill Lynch hat inzwischen ihre Umsatzerwartungen für Nokia von 33,2 auf 30,8 Milliarden Euro im Gesamtjahr reduziert, was eine Stagnation auf dem Stand des Vorjahrs bedeuten würde. Der operative Gewinn soll 2002 lediglich 5,3 Milliarden statt wie bisher prognostiziert 5,8 Milliarden Euro betragen. In der Einschätzung der Aktie blieben die Investmentbanker mittelfristig bei "neutral". Der Markt für Mobiltelefone gestalte sich weiterhin zäh, hieß es. Statt der geplanten 410 Millionen sollen dieses Jahr laut Merrill Lynch nur 385 Millionen Handys weltweit verkauft werden. (ajf)