Web

 

Medion: Solides Ergebnis mit kleinem Schönheitsfehler

20.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Dem Essener Elektronikhändler und Dienstleister Medion AG gelang es auch im Geschäftsjahr 2002, ein deutliches Wachstum bei Umsatz und Ergebnis vorzulegen. Allerdings war auch der Zulieferer von Aldi, Tschibo und dem Großhandelskonzern Metro nicht komplett gegen die schwache Konjunktur gefeit: Im Bereich Consumer Electronics stagnierte das Geschäft in den europäischen Kernmärkten. Hierzulande sanken die Erlöse in dieser Sparte gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent, Wachstum wurde lediglich bei innovativen, mit Digitaltechnologie ausgestatteten Produkten erzielt. Im Bereich Mobile Computing konnte Medion dagegen nach eigenen Angaben seine Umsätze verdoppeln.

Insgesamt stiegen die Einnahmen des Essener Unternehmens gegenüber 2001 um 24,1 Prozent von 2,1 Milliarden auf 2,6 Milliarden Euro. Der Anbieter von preisgünstigen PCs und Multimediageräten profitierte dabei insbesondere von den hohen Auslandserlösen. Diese kletterten im Jahresvergleich um über 60 Prozent auf 798 Millionen Euro und steuerten damit rund 30 Prozent zum Gesamtumsatz des Konzerns bei. In den USA wurden die Erlöse mit 57 Millionen Euro mehr als verfünffacht.

Während das Nemax-50-Unternehmen beim Umsatz knapp seine Wachstumsprognose von 25 bis 30 Prozent verpasste, lagen die Ergebnisse im Rahmen der eigenen Erwartungen: Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich um über 26 Prozent von 121,3 Millionen auf 152,9 Millionen Euro. Der Nettoprofit legte um 29,5 Prozent von 70,1 Millionen oder 1,46 Euro pro Aktie auf 91,3 Millionen beziehungsweise 1,89 Euro je Anteil zu. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen die Essener mit einem Umsatz- und Ergebniswachstum von 15 bis 20 Prozent.

Da der Konzern die hohe Erwartungshaltung der Anleger nicht erfüllte, verlor die Medion-Aktie am heutigen Donnerstag bis Mittag bereits rund vier Prozent an Wert. Selbst die Ankündigung einer Dividendenzahlung von 60 Cent pro Aktie konnte die Aktionäre nicht von einem Verkauf der Papiere abhalten. (mb)