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Mannesmann schluckt Orange

21.10.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nun ist es amtlich: Die Mannesmann AG wird den britischen Mobilfunkanbieter Orange Plc. für knapp 60 Milliarden Mark übernehmen. In einer entsprechenden Pflichtveröffentlichung gab der deutsche TK-Carrier bekannt, daß die Orange-Aktionäre für jeden Anteilschein 0,0965 neue Mannesmann-Aktien plus 6,40 Pfund (19,37 Mark) in bar erhalten. Das Angebot beinhaltet einen Aufschlag von knapp 22 Prozent zum Schlußkurs der Orange-Aktie vom 18. Oktober 1999 (40,51 Mark). Die Hongkonger Firma Hutchison Whampoa, die 44,8 Prozent der Orange-Anteile hält, hat laut Mannesmann eine "unwiderrufliche Zusage" gemacht, die Offerte für ihren Anteil an dem britischen TK-Carrier zu akzeptieren.

Die Akquisition von Orange ist der achtgrößte Telekommunikations-Deal weltweit und - nach dem Kauf der Telecom Italia SpA durch Olivetti SpA für knapp 63 Milliarden Mark - der zweitgrößte in Europa. Mannesmann wird mit mehr als 20 Millionen Kunden zum größten Mobilfunkanbieter in Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien.

Einige Marktbeobachter befürchten, die Übernahme von Orange könnte einen Keil zwischen die deutsche TK-Gesellschaft und Vodafone Airtouch Plc. treiben. Die Briten halten 35 Prozent der Anteile an der Mannesmann Mobilfunk GmbH, der Mobilfunk-Tochter des deutschen Unternehmens. Mannesmann-Chef Klaus Esser beteuerte jedoch, der Deal werde die guten Beziehungen zum größten Mobilfunk-Konzern der Welt nicht belasten. Auf jeden Fall scheint inzwischen ausgeschlossen, daß Vodafone nun Mannesmann übernimmt, was einige Marktexperten für möglich gehalten hatten (CW Infonet berichtete).