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Kriegserklärung: Intel verklagt Via

10.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Intel hat wie erwartet den taiwanischen Hersteller Via Technologies verklagt. Stein des Anstoßes sind Vias Pentium-4-Chipsätze "P4X266" und "P4M266". Mit diesen verstoßen die Inselchinesen aus Sicht Intels gegen insgesamt fünf eigene Patente. Die Barrett-Company hat ihre Klage bei einem Bezirksgericht in Delaware eingereicht und fordert Schadenersatz sowie eine einstweilige Verfügung gegen den weiteren Vertrieb der Produkte.

Via hatte seine Chipsets im vergangenen Monat ohne Lizenzvereinbarung mit Intel auf den Markt gebracht (Computerwoche online berichtete) - die Company wähnt sich nach der Übernahme von S3 im Besitz entsprechender Rechte. P4X266 und P4M266 ermöglichen den Bau von Pentium-4-Rechnern mit herkömmlichen DDR-SDRAM-Speicherchips (Double Data Rate), während Intel mit seinen Unterstützungchips bisher nur die teureren Rambus-Module unterstützt. Intel selbst will Anfang kommenden Jahres (an Motherboard-Hersteller bereits ab November) ein vergleichbares Produkt ausliefern.

Von Via liegt bislang keine offizielle Stellungnahme zu der Klage vor. CEO (Chief Executive Officer) Chen Wen-Chi hatte aber im Vorfeld erklärt, er gehe davon aus, dass man keinerlei Intel-Patente verletzt habe.