Tower Semiconductor

Kauft Intel in Israel zu?

15.02.2022
Von Redaktion Computerwoche
Intel steht Insider-Berichten zufolge kurz vor der Übernahme der israelischen Tower Semiconductor für etwa sechs Milliarden Dollar.
Plant er mit der Übernahme von Tower Semiconductor den nächsten Coup? Intel-CEO Pat Gelsinger will das Unternehmen zurück zu alter Marktdominanz führen.
Plant er mit der Übernahme von Tower Semiconductor den nächsten Coup? Intel-CEO Pat Gelsinger will das Unternehmen zurück zu alter Marktdominanz führen.
Foto: Walden Kirsch/Intel Corporation

Der Kauf diene Intels Strategie, im Markt für Auftragsfertigung von Chips voranzukommen, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters mit Bezug auf vertrauliche Quellen. Die Übernahme könnte noch in dieser Woche offiziell verkündet werden. Sollte sich das Gerücht bestätigen, würde Intel sich in einem Bereich verstärken, der momentan hauptsächlich vom taiwanischen Konzern TSMC dominiert wird, dem weltweit größten Auftragsfertiger von Chips.

Zudem käme die Übernahme zu einem Zeitpunkt, an dem der weltweit chronische Halbleitermangel ganze Industrien lähmt - von den Smartphone-Produzenten bis hin zur Autoindustrie. Die Spekulationen reichten aus, um die Aktie von Tower Semiconductor gestern im nachbörslichen Handel um 53 Prozent nach oben zu katapultieren. Das Unternehmen ist auf analoge Chips spezialisiert, die in der Automobil-, Mobilfunk-, Medizin- und Luftfahrtindustrie eingesetzt werden.

Intel will die Produktion aus Asien zurückholen

Intel hatte erst letzten Monat erklärt, man wolle bis zu 100 Milliarden Dollar investieren, um in Ohio den potenziell größten Chipfertigungskomplex der Welt zu errichten (siehe auch: Intel baut Halbleiter-City in den USA). Der neue CEO Pat Gelsinger verfolgt den Plan, Intels frühere Dominanz in der Chipherstellung wiederherzustellen und die Abhängigkeit des Unternehmens von asiatischen Produktionszentren zu verringern. Presseberichten zufolge wollte Intel auch GlobalFoundries für rund 30 Milliarden Dollar kaufen, doch daraus wurde nicht. GlobalFoundries kam dem Ansinnen mit einem eigenen Börsengang zuvor.

Halbleiter herzustellen ist teuer und komplex, weshalb sich die meisten Anbieter entscheiden, entweder Chipdesigns zu entwickeln oder in die Produktion einzusteigen. Intel hat laut Reuters seine Fabriken teilweise auch für konkurrierende Halbleiterentwickler geöffnet, um die Kosten zu senken. (hv)