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Juniper senkt Gewinnerwartung um die Hälfte

21.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Netzwerkausrüster Juniper Networks befürchtet, im laufenden vierten Quartal aufgrund der anhaltenden Kaufzurückhaltung der Carrier seine Ziele nicht einhalten zu können. Im Oktober hatte das Unternehmen aus Santa Clara, Kalifornien, noch Einnahmen in Höhe von 200 Millionen Dollar sowie einen Profit von zehn Cent je Anteil prognostiziert. Jetzt erwartet Juniper nur noch einen Umsatz von 150 bis 155 Millionen Dollar und einen operativen Gewinn von fünf Cent pro Aktie. Damit würden die Einnahmen des zweitgrößten Router-Herstellers im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast die Hälfte zurückgehen. Damals hatten die Kalifornier noch 295 Millionen Dollar erwirtschaftet und einen operativen Profit von 84,6 Millionen Dollar oder 24 Cent pro Aktie ausgewiesen.

Im dritten Quartal war es Juniper noch gelungen, die Erwartungen der Wallstreet zu übertreffen. Der kalifornische Netzwerkausrüster verbuchte in den Monaten Juli, August und September einen Pro-forma-Gewinn von 32,5 Millionen Dollar oder zehn Cent pro Aktie bei Einnahmen in Höhe von 201,7 Millionen Dollar. Das Ergebnis lag über den Prognosen der Analysten. Diese rechneten durchschnittlich mit einem Umsatz von nur 188 Millionen Dollar und einem Pro-forma-Gewinn in Höhe von sieben Cent pro Aktie. Juniper hatte sich damit noch relativ immun gegenüber der Flaute auf dem TK-Markt gezeigt (Computerwoche online berichtete).

Nach Ansicht einer Analystin von Dresdner Kleinwort Wasserstein werden die Umsätze der Kalifornier im ersten Quartal 2002 erneut einbrechen. Die Expertin geht davon aus, dass die unter Druck geratenen TK-Unternehmen ihre Investitionen in Internet-spezifische Ausrüstung weiter zurückfahren werden, weil sie den Großteil ihrer Einnahmen im Telefongeschäft verbuchen.

Nach der Gewinnwarnung fiel die Juniper-Aktie am Donnerstag um über vier Dollar auf 18,85 Dollar - weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch von 154,75 Dollar: Auch die Analysten der Wallstreet hatten laut First Call/Thomson Financials für das laufende Quartal im Schnitt mit dem ursprünglichen angepeilten Pro-forma-Ergebnis von zehn Cent je Anteil gerechnet.