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Jetzt neu: Die Lünendonk-Listen 2002

28.05.2002
Die Entwicklung des deutschen Standard-Softwaremarkts war 2001 uneinheitlich. Während der hardwarenahe Umsatz nur schwach anstieg, verzeichneten Anwendungen ähnliche Zuwachsraten wie im Vorjahr.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Entwicklung des Standard-Softwaremarkts war 2001 uneinheitlich. Während der Umsatz mit Systemprogrammen, Tools, Middleware und Datenbanken nur schwach anstieg, verzeichnete das Geschäft mit Anwendungen ähnliche Zuwachsraten wie im Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt die Lünendonk GmbH, Bad Wörishofen, in ihrer Branchenliste der Top 25 IT-Hersteller.

Die 25 größten Standard-Softwarehersteller erzielten 2001 einen Inlandsumsatz von 4,5 Milliarden Euro und damit ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch der Exportanteil am Gesamtumsatz dieser Unternehmen hat sich erhöht und macht mit 6,8 Milliarden Euro inzwischen 60 Prozent (Vorjahr: 57 Prozent) aus. Angeführt wird das Hersteller-Ranking nach wie vor von SAP, die weltweit 7341 Millionen Euro umsetzte, davon 1469 Millionen Euro in Deutschland. Unverändert auch die von der Microsoft GmbH mit 1265 Millionen Euro besetzte zweite Position. Bewegung gab es dagegen auf Platz drei und vier: Die Darmstädter Software AG (SAG) konnte mit ihrem international bilanzierten Umsatz (588,5 Millionen Euro) die Oracle Deutschland

GmbH (505,9 Milliarden Euro) überholen. Zählten nur die inländischen Einnahmen, fiele die SAG (100 Millionen Euro) hinter Oracle, Computer Associates sowie die mittlerweile insolvente Ceyoniq AG zurück und stünde gleichauf mit den Zahlen der Novell GmbH.

Die eigens geführte Liste der Top 25 IT-Berater und Systemintegratoren führt CSC Ploenzke an, gefolgt von der Accenture GmbH, Gedas AG, CAP Gemini Ernst & Young GmbH und KPMG Consulting AG. Den im Beratungsmarkt erzielten Inlandsumsatz 2001 beziffert Lünendonk auf 6,2 Milliarden Euro, was einem Vorjahreswachstum von 16 Prozent entspricht und damit mehr als doppelt so hoch ausfiel wie das des Gesamtmarktes mit sieben Prozent.

Der Dienstleistungsbereich habe im ITK-Markt ständig an Bedeutung gewonnen, so Lünendonk. Neben Beratung und Systemintegration zählten hierzu vor allem die Geschäftsfelder Outsourcing, Application Hosting, Facilities Management sowie Equipment Services, Maintenance und Training. Außer Spezialunternehmen seien in diesem Geschäft vor allem auch die großen Hardware-Anbieter aktiv, deren Einnahmen mit Dienstleistungen und Software inzwischen die Geräteumsätze überträfen. Zunehmend aktiv würden auch ausgegliederte Töchter von Wirtschafts- und Finanzunternehmen. Lünendonks Liste der führenden IT-Service-Unternehmen wird allerdings bewusst nur alphabetisch geführt, weil zum Teil das nötige Zahlenmaterial fehlt. Trotzdem sei die Gruppe für den IT-Markt von großer Bedeutung: Der Inlandsumsatz der aufgeführten 25

Anbieter entspreche fast 48 Prozent des gesamten deutschen Marktes für IT-Hardware, Software und Services (58 Milliarden Euro).

Die seit geraumer Zeit für den deutschen Markt diskutierten Schwierigkeiten der Management-Berater, große Projekte zu gewinnen und neue zu gewinnen, spiegeln sich laut Lünendonk in den meisten Bilanzen des vergangenen Jahres noch nicht signifikant wieder. Das klassische Beratungsgeschäft sei ein Milliarden-Markt. Bereinige man das vom BDU (Bundesverband Deutscher Unternehmensberater) geschätzte Marktvolumen um IT-Beratung und Personalsuche, blieben für das Jahr 2001 rund 7,1 Milliarden Euro. Das Marktvolumen der klassischen Beratung sei um 13 Prozent gestiegen; die von Lünendonk gelisteten 25 größten Anbieter legten im Schnitt sogar um 15 Prozent zu. Größter Anbieter war laut Lünendonk McKinsey & Company mit 595 Millionen Euro Umsatz ausschließlich im Inland. Auf den Plätzen folgen Roland Berger (511/307 Millionen Euro), A.T.

Kearney (246/231 Millionen Euro), Boston Consulting (238,5 Millionen Euro) sowie Booz, Allen & Hamilton (148 Millionen Euro)

Die Lünendonk-Listen werden seit 1984 jährlich erhoben. Die aktuellen Daten stehen unter luenendonk.de kostenlos zum Herunterladen bereit. Ergänzend erscheinen im August ausführliche Studien, diese sind allerdings kostenpflichtig. (ue/tc)