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Japan: Exportkontrollen für Playstation 2

17.04.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Japanischen Medienberichten zufolge hat die Landesregierung Sonys erfolgreiche neue Spielekonsole "Playstation 2" als "Produkt mit Bezug zu konventionellen Waffen" klassifiziert und dem Hersteller entsprechende Exportbeschränkungen auferlegt. Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete unter Berufung auf Industriequellen, einzelne Komponenten des Systems ließen sich beispielsweise auch in militärischen Steuersystemen einsetzen. Mit der nun vorgenommenen Einordnung muss Sony sich jeden Playstation-Export im Wert von mehr als 472 Dollar (ein Gerät kostet rund 350 Dollar) vom Handelsministerium genehmigen lassen. "Wir sehen die Sache mit gemischten Gefühlen, weil unsere Bemühungen, eine anspruchsvolle Konsole zu bauen, nun in legalen Restriktionen münden", zitiert die Tageszeitung "Asahi Shimbun" einen Sony-Verantwortlichen.

Unterdessen deutet sich an, dass die US-Version der Playstation 2 im Gegensatz zum japanischen Modell mit einem Modem und einer Festplatte ausgestattet sein soll. Dies berichtet "News.com" unter Berufung auf einen Sony-Manager, der anonym bleiben möchte. Die Erweiterungen will man auf der Electronic Entertainment Expo Anfang Mai in Los Angeles der Öffentlichkeit präsentieren. In den USA soll die neue Konsole dann im kommenden Herbst in den Handel kommen.