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Invicta will die Web-Sicherheit revolutionieren

22.05.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Startup-Firma Invicta Networks will mit ihrem System "ICS" - kurz für "Integrated Cyber Security" - ein neues Kapitel in Sachen Sicherheit von Internet-Systemen aufschlagen. ICS arbeitet im Prinzip ganz simpel: Es verändert im Falle eines Hacker- oder sonstigen Angriffs in Windeseile (in weniger als einer Sekunde) einfach die IP-Adresse des attackierten Systems. Vorstand James Woolsey - von 1993 bis 1995 Director des CIA - erläutert: "Wir gehen das Thema aus einer ganz anderen Richtung an. Sonst wird immer nur versucht, einen Zaun um ein bekanntes Gebiet zu ziehen."

Invicta verwendet spezielle Netzadapter, über die geschützte Rechner mit einer zentralen Maschine verbunden sind. Die Clients legen selbst fest, wie oft sie ihre IP-Adresse ändern wollen. Dabei stehen auf Wunsch "Milliarden" von Adressen zur Verfügung, erläutert Viktor Shejmov, ein ebenfalls bei Invicta engagierter KGB-Überläufer und Verschlüsselungsexperte.

Eines erste Betaversion des ICS will Invicta Ende des Monats an zahlende Kunden ausliefern. Der Preis des Systems ist nicht bekannt, liegt aber laut Anbieter "am oberen Ende" des Spektrum vergleichbarer Highend-Lösungen. Weitere ICS-Varianten für E-Commerce und andere spezialisierte Anwendungen sollen folgen.

Dennis Steinauer, Sicherheitsspezialist beim National Institute of Standards and Technology (NIST) warnt allerdings vor jeder Art von Tools, die vorgeblich jede andere Sicherheitsschicht überflüssig machen. "Klingt, als könnte das System zusätzlichen Schutz bieten", so der Experte. "Aber man sollte sich grundsätzlich niemals auf nur einen Security Layer verlassen - erst Recht nicht bei noch unerprobter Technik."