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Intershop-Aktie fällt nach Quartalszahlen

01.08.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Intershop Communications AG legte für ihr zweites Fiskalquartal 2001 zwar etwas bessere Zahlen vor als noch in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres, doch konnte sie die Anleger nicht überzeugen: Der Intershop-Kurs fiel am heutigem Mittwochmorgen um bis zu 18 Prozent auf 3,42 Euro.

Im abgelaufenen Berichtszeitraum meldete der Anbieter von E-Commerce-Software einen Nettoverlust von 28,3 Millionen Euro. Im ersten Fiskalquartal lag das Defizit noch bei 34,6 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte Intershop noch ein Plus von 1,3 Millionen Euro erwirtschaftet.

Der Umsatz kletterte gegenüber dem ersten Geschäftsquartal 2001 um acht Prozent auf 22 Millionen Euro, sank im Vorjahresvergleich allerdings um 33 Prozent. Die Lizenzerlöse betrugen im abgelaufenen zweiten Fiskalquartal 7,8 Millionen Euro (Q1 2001: 5,7 Millionen Euro), das entspricht einem Rückgang von 65 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum (Q1 2000: 22,5 Millionen Euro).

Stephan Schambach, Vorstandsvorsitzender und CEO von Intershop, erklärte: "Obwohl uns die weltweite Wirtschaftslage vor allem im IT-Bereich weiterhin kurzfristig vor große Herausforderungen stellt, bin ich sehr zufrieden mit den grundlegenden Fortschritten, die wir bei der Umsetzung unseres Turnaround-Programms erzielt haben." Die Company hat ihre Kosten unter anderem durch Entlassungen gesenkt: In den vergangenen drei Monaten hat Intershop 67 Stellen abgebaut und beschäftigt derzeit 1101 Mitarbeiter. Ferner wurde Ray Schaaf als Präsident der Region Americas eingestellt, um die Aktivitäten in den USA zu forcieren. Umgekrempelt hat das Unternehmen mit Hauptniederlassungen in Hamburg und Jena zudem seine Vertriebsstruktur, die nun in die Bereiche Handel, High-Tech und Engineering, Automobilindustrie, Branchenübergreifende Lösungen und Application-Service-Providing (ASP)/Telekommunikation unterteilt ist.

Zur zukünftigen Geschäftsentwicklung erklärte Wilfried Beeck, Chief Operating Officer von Intershop: "Das Unternehmen hat sich das Ziel gesetzt, bis Ende 2001 beim Quartalsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schwarze Zahlen zu schreiben. Es bleibt aber eine Unsicherheit angesichts der anhaltenden weltweiten Flaute bei Investitionen im IT-Bereich." Aufgrund des saisonbedingten schwachen Sommers in Europa rechnet der Controller damit, dass die Einnahmen im dritten Fiskalquartal "in etwa in gleicher Höhe" wie das zweite Geschäftsquartal ausfallen werden. "Für das gesamte Jahr 2001 gehen wir von einem Umsatz aus, der unter dem des letzten Jahres liegt", fügte Beeck hinzu.