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Intel: Schleichende Abkehr von Rambus?

20.07.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Offensichtlich betrachtet Intel den schnellen Arbeitsspeicher von Rambus nicht mehr als alleinseligmachende Speicherarchitektur der Zukunft. Marktbeobachter vermuten, daß der Halbleiterriese den bislang vorgesehenen strikten Umstieg von den bisherigen 100-Megahertz-SDRAMs (Synchronous Dynamic Random Access Memory) auf Rambus "aufweichen" und alternativ auch einen Chipsatz für die 133 Megahertz schnellen "PC-133"-Speicherbausteine anbieten wird. "Die Kunden haben eine Reihe begründeter Bedenken. Und mit mehr Alternativen ist Intel in jedem Fall auf der sicheren Seite", erklärt Dean McCarron von Mercury Research.

Intels bisherige Pläne leiden vor allem unter der Tatsache, daß zu wenige Hersteller in der Lage sind, Rambus-Module in ausreichenden Stückzahlen zu liefern. Außerdem sind die neuen Bausteine erheblich teurer als bisher gewohnt. Fast alle Speicherproduzenten haben aber bereits signalisiert, daß die Massenfertigung von PC-133-Modulen vergleichsweise einfach zu realisieren wäre. "Es geht hier also weniger gegen Rambus als Technik oder als Unternehmen. Vielmehr handelt es sich um eine Reaktion auf die ungewisse Liefersituation", erläutert McCarron.

Sollte Intel tatsächlich neben dem für September angekündigten "820"-Chipsatz (Codename "Camino"), der Rambus- oder optional auch die herkömmlichen 100-Megahertz-Speicherchips unterstützt, ein weiteres Produkt für PC 133 auf den Markt bringen, dann dürfte sich vor allem ein Konkurrent ärgern: Die taiwanische Chipschmiede Via Technologies ist bislang der einzige Hersteller weltweit, der ein solches Produkt anbietet.