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Infineon gibt bis zu 60 Millionen neue Aktien aus

02.07.2001
Das Siemens-Spinoff Infineon Technologies wird am 13. Juli bis zu 60 Millionen neue Namensaktien an der Frankfurter Börse und an der New York Stock Exchange ausgeben. Der maximale Emissionserlös von 1,7 Milliarden Euro soll in die Schuldentilgung und Technologie-Investitionen fließen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Siemens-Spinoff Infineon Technologies wird am 13. Juli bis zu 60 Millionen neue Namensaktien ohne Bezugsrecht für Altaktionäre an der Frankfurter Börse und an der New York Stock Exchange ausgeben. Wie Infineon-Chef Ulrich Schumacher am heutigen Montag bekannt gab, werden den institutionellen und privaten Anlegern zunächst 52,2 Millionen Aktien angeboten, bei Bedarf können weitere 7,8 Millionen Anteilscheine (Greenshoe) ausgegeben werden. Mit dem Emissionserlös, der bei maximal 1,7 Milliarden Euro liegen würde, will Infineon einerseits kurzfristige Finanzverbindlichkeiten bedienen und anderseits in die 300-Millimeter-Chiptechnologie investieren. Auch Akquisitionen im Breitbandkommunikationsbereich seien denkbar. Bei voller Ausschöpfung der neuen Aktienausgabe sinkt der Anteilsbesitz von Siemens an Infineon von derzeit 56 auf 51 Prozent (ohne Berücksichtigung des Siemens Pension

Trust, der rund 15 Prozent hält). Der Emissionspreis soll zum Börsengang am 13. Juli veröffentlicht werden.

Einige Kritiker halten den Zeitpunkt der Kapitalerhöhung von Infineon für ungünstig. Immerhin hatte das Unternehmen erst vor kurzem einen Vorsteuerverlust von bis zu 600 Millionen Euro für das dritte Fiskalquartal in Aussicht gestellt. Schumacher bestätigte am heutigen Montag, dass es bei dieser Zahl bleiben werde. Zudem hat Infineon nach eigenen Angaben eine Bürgschaft in Höhe von 230 Millionen Euro von der Bundesregierung für das neue Werk in Dresden erhalten.

Die Anleger reagierten verhalten auf die Nachrichten aus München: Der Infineon-Kurs sank um 1,99 Prozent und wurde am Nachmittag bei 27,15 Euro gehandelt.