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Getronics rutscht weiter in die Krise

04.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der niederländische IT-Dienstleister Getronics hat für sein Geschäftsjahr 2002 einen Nettoverlust von 409 Millionen Euro ausgewiesen. Enthalten sind 375 Millionen Euro Goodwill-Abschreibung für die Übernahme des US-Wettbewerbers Wang Global im Jahr 1999. 2001 meldete Getronics einen Fehlbetrag von 1,04 Milliarden Euro, davon 930 Millionen Euro Goodwill. Der aktuelle Umsatz des Unternehmens ging gegenüber dem Vorjahr um 13,5 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro zurück, das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) sank um 30 Prozent auf 106 Millionen Euro.

Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2003 gab Getronics angesichts der Konjunkturflaute auf den Märkten allgemein und im IT-Sektor im besonderen nicht ab. Es hieß lediglich, man erwarte "in absehbarer Zukunft kein signifikantes Wachstum im Markt". Für Aufregung bei den Anlegern sorgte die Ankündigung, die Tender Period für eine geplante Debt-for-Equity-Entschuldung (Computerwoche online berichtete) - Getronics' Verbindlichkeiten beliefen sich zu Ende des Geschäftsjahres auf 319 Millionen Euro - zu verlängern. Nun wird vermutet, das neue Management, das sich aus früheren Philips- und Baan-Managern rekrutiert, habe womöglich ganz andere Pläne, beispielsweise einen vollständigen oder teilweisen Verkauf des Unternehmens. (tc)