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Gartner rät: Keine Linux-Lizenzen an SCO zahlen

24.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Marktforscher und Berater von Gartner legen ihren Kunden inzwischen nahe, keine von der SCO Group eingeforderten Intellectual-Property-Lizenzen für den Einsatz von Linux zu bezahlen. SCO juristisches Vorgehen gefährde zunehmend das eigene Softwaregeschäft. Wer derzeit die SCO-Betriebssysteme "UnixWare" und "OpenServer" einsetze, der solle für den Fall der Fälle einen Migrationsplan für den Umstieg auf andere Unix-Derivate aufstellen.

"So lange eine Entscheidung in dem Verfahren [gegen IBM] dies nicht eindeutig rechtfertigt, sollten Anwender SCO nicht die geforderten Lizenzgebühren zahlen", schreibt Analyst George Weiss in der aktuellen Research Note "SCO's Legal Fees Could Jeopardize It's Software Business". Ein interessanter Sinneswandel immerhin - im Mai dieses Jahres hatte Gartner Kunden noch nahe gelegt, den Einsatz von Linux im unternehmenskritischen Bereich zu minimieren; im Juli folgte der Rat, den Einsatz von Anwendungs- und Datenbank-Servern mit Linux zu verschieben und zunächst mit SCO über dessen Forderungen zu verhandeln.

Nun sollten sich die Anwender bezüglich Linux lieber bedeckt halten. "Halten Sie den Ball flach und nennen Sie keine Details zu Linux-Entwicklungen", schreibt Weiss. Auch von einem Audit von Systemen durch SCO ohne rechtliche Handhabe rät der Gartner-Mann ab. Einen kompletten Sinneswandel hat Gartner allerdings auch nicht durchgemacht: Linux-Nutzer sollten Anwendungen auf High-Performance-Systemen verschieben und Alternativen vorsehen, falls es ein für SCO günstiges Urteil geben sollte. Des Weiteren raten die Auguren, von Linux-Anbietern eine Schadloshaltung zu verlangen und SCOs Forderungen durch einen Rechtsbeistand prüfen und überwachen zu lassen. (tc)