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EU liberalisiert Telefonortsnetze

04.10.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Europäische Union will das noch immer vorhandene Monopol der ehemals staatlichen TK-Carrier auf die Telefonortsnetze bis Ende dieses Jahres beseitigen. Gestern einigten sich die EU-Fachminister auf die Öffnung der so genannten letzten Meile im Telefonnetz. Dabei handelt es sich um die Strecke vom lokalen Carrier bis zum Kunden, die in vielen Ländern noch von den ehemaligen Staatsmonopolisten dominiert wird. Die weitere Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes soll ab Januar 2001 zu einem erhöhten Wettbewerb in den Mitgliedsstaaten führen, was sich neben billigeren Gespräche auch auf eine kostengünstige und schnellere Internet-Nutzung auswirken soll.

Bislang hatten mit Deutschland, Finnland, Dänemark, Österreich und den Niederlanden nur fünf Länder ihr Ortsnetz für die Konkurrenz geöffnet. Italien will schon vor Ende des Jahres seinen Ortsnetzbereich liberalisieren, während Schweden, Belgien, Griechenland, Luxemburg und Portugal noch an einer entsprechenden Gesetzgebung feilen. Großbritannien, Spanien, Frankreich und Irland, die bisher eine Deregulierung ihrer TK-Märkte verzögerten, haben sich nun ebenfalls dazu verpflichtet, bis Anfang 2001 die neuen Vorschriften in ihren Ländern umzusetzen.