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Entlässt Sun 20 Prozent?

16.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Analysten der US-Investmentbanken Merrill Lynch und Sanford Bernstein berichten übereinstimmend, Sun Microsystems werde nach Bekanntgabe seiner Quartalszahlen in dieser Woche bis zu 8000 oder rund 20 Prozent seiner gegenwärtig 39.400 Mitarbeiter entlassen. Die Sun-Sprecherin Diane Carlini bezeichnete die am Dienstag und Montag veröffentlichten Reports als "von Investoren getriebene Spekulation" und wollte unter Berufung auf die gegenwärtige Quiet Period keinen weiteren Kommentar abgeben.

Merrill-Lynch-Analyst Steven Milunovich bezeichnete in seinem Papier Suns Abhängigkeit von proprietärer Technik - insbesondere den Sparc-CPUs und dem Betriebssystem Solaris - als "zunehmend retro". Das neue Bekenntnis der Herstellers zu Linux sei wichtig, aber angesichts der installierten Solaris-Basis noch zu vorsichtig. Es sei allerdings "verfrüht, Sun abzuschreiben". Die mittelfristige Zukunft aber sehe wenig rosig aus. Sanford Bernstein kritisierte, Sun habe mit dem Abbau von Stellen zu lange gezögert. Das Unternehmen liege inzwischen 45 Prozent hinter seinem Spitzenumsatz zurück, habe aber gleichzeitig die Belegschaft nur um zehn Prozent reduziert. (tc)