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Der weltweite Notebook-Markt... wächst!

02.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der weltweite Notebook-Markt im zweiten Quartal dieses Jahres legte trotz der andauernden Schwäche im PC-Segment generell im Jahresvergleich um 6,1 Prozent zu. Dies geht aus einer Studie hervor, die Gartners Marktforschungssparte Dataquest gestern veröffentlichte. Demnach wurden zwischen April und Juni insgesamt 6,9 Millionen Laptops verkauft nach 6,5 Millionen im zweiten Quartal 2001. Regional betrachtet wuchs der US-Markt mit einem Plus von 9,3 Prozent besonders stark, wohingegen der Absatz in Japan und Lateinamerika zurückging.

"In der Vergangenheit bedeutete der Kauf eines Notebooks einen Verzicht auf Leistung - das hat sich erledigt", konstatiert Chief Analyst Charles Smulders. Die Entwicklung, dass immer mehr Anbieter Desktop-CPUs in portablen PCs verbauen, hält der Analyst für "eine der interessantesten Entwicklungen im PC-Markt der letzten sechs Monate". Auch die zunehmende Verbreitung von Wireless LAN trage zur wachsenden Notebook-Popularität bei.

Trotz der Fusion von HP mit Compaq liegt Direktanbieter Dell im Ranking der Hersteller für das zweite Quartal mit 1,03 Millionen verkauften Geräten noch immer auf Platz eins. HP neu folgt mit 1,01 Millionen Einheiten hauchdünn dahinter. Der Trend spricht allerdings eher für Dell, das seine Verkäufe gegenüber dem Vorjahresquartal um 10,6 Prozent steigerte; HP dagegen gab 0,4 Prozentpunkte ab (was Smulders unter anderem auf die massive Konsolidierung der Produktlinien von HP und Compaq zurückführt).

Den weltweit dritten Platz belegt der japanische Notebook-Spezialist Toshiba mit 885.000 verkauften Geräten. Toshiba konnte mit einem Plus von 11,4 Prozent von allen Herstellern am stärksten zulegen - den Einbruch in Japan machte der Hersteller in Westeuropa und den USA wett. Gegenüber dem ersten Quartal (in dem das Geschäftsjahr des Herstellers endet, was den Vertrieb traditionell besonders befügelt) gingen Toshibas Stückzahlen allerdings zurück. Komplettiert werden die Top Five von IBM (737.000 Einheiten) und Sony (489.000 Einheiten).

Die meisten der weltweit verkauften Portables stammten allerdings von Noname-Anbietern, die im zweiten Quartal insgesamt 2,75 Millionen Geräte an den Kunden brachten (plus sieben Prozent gegenüber Vorjahr) und zusammen knapp 40 Prozent des Markts bedienten. Dataquest geht davon aus, dass der Notebook-Markt für den Rest des Jahres und auch noch bis weit ins Jahr 2003 hinein deutlich stärker wächst als der gesamte PC-Sektor. (tc)