IoT von A bis Z

Das funkt im Internet der Dinge

05.09.2022
Von 
Jürgen Hill ist Chefreporter Future Technologies bei der COMPUTERWOCHE. Thematisch befasst sich der studierte Diplom-Journalist und Informatiker derzeit mit aktuellen IT-Trendthemen wie KI, Quantencomputing, Digital Twins, IoT, Digitalisierung etc. Zudem verfügt er über einen langjährigen Background im Bereich Communications mit all seinen Facetten (TK, Mobile, LAN, WAN). 
Das Internet der Dinge (IoT) ist im deutschen Alltag angekommen, wie unser Listicle von A bis Z zeigt. Egal, ob LKW-Reifen, Bienenstock oder Handtuchspender – in der IoT-Welt gibt es fast nichts, was nicht vernetzt werden kann.
IoT ist im Alltag angekommen.
IoT ist im Alltag angekommen.
Foto: Vodafone

Nach rund zehn Jahren ist das Internet der Dinge im Alltag angekommen. Egal, ob als M2M, IoT oder einfach nur als Internet der Dinge bezeichnet, es werden neben Maschinen und Robotern immer mehr Alltagsgegenstände vernetzt. Glaubt man den Angaben von Vodafone, so funken allein im Netz des Carriers bereits mehr als 160 Millionen Gegenstände - Tendenz steigend. So erhöhte sich laut dem Mobilfunker allein in den vergangenen zwei Jahren die Zahl der vernetzten Gegenstände in seinem Netz um mehr als 50 Prozent.

In vielen Fällen ist es uns gar nicht bewusst, dass Services nur funktionieren, weil sie per IoT vernetzt sind. Sei es nur der Arbeitshelm eines Bauarbeiters, der automatisch einen Notruf absetzt, wenn er starke Stöße oder Stürze misst, oder die viel zitierte Milchkanne, die ihren Füllstand meldet. Die folgende Liste zeigt, wie sehr IoT schon heute unseren Alltag prägt.

Das funkt im Internet der Dinge

A wie Autowäsche

Zukunft der Autopflege? Per App in der digitalisierten Waschanlage bezahlen.
Zukunft der Autopflege? Per App in der digitalisierten Waschanlage bezahlen.
Foto: Vodafone

Die Autopflege der Zukunftist digital. So begannen Auto Bild und Vodafone 2020 mit Clever Waschen die Digitalisierung der Waschanlagen einzuläuten. Per App erhält der Fahrer Öffnungszeiten, Preise und Angebote. Auch die Buchung und Bezahlung der Waschanlage ist teilweise direkt in der App möglich. Per Kamera wird dabei das Nummernschild des einfahrenden Autos gescannt und mit der vorgenommenen Buchung in der App abgeglichen.

B wie Bienen

Digitaler Schutz für Bienen und Imker: Dank smarter IoT-Funktionen werden Daten in Echtzeit auf einem Dashboard dargestellt.
Digitaler Schutz für Bienen und Imker: Dank smarter IoT-Funktionen werden Daten in Echtzeit auf einem Dashboard dargestellt.
Foto: Vodafone

IoT im Bienenstock: smarte Technik schützt die Bienenstöcke nicht nur vor Diebstahl und Vandalismus, sondern liefert dank smarter Sensorik und Bienenwaage auch datenbasierte Erkenntnisse zum Verhalten der gefährdeten Insekten - wie beispielsweise zum erwarteten Honig-Ertrag oder der optimalen Standortwahl der Bienenstöcke.

C wie Cooking

Kochen mit Augmented-Reality-Koch-App und Light-Smartbrille von Nreal.
Kochen mit Augmented-Reality-Koch-App und Light-Smartbrille von Nreal.
Foto: Vodafone

Dank IoT wird Kochen zum Kinderspiel. Gemeinsam mit Nreal bringt Vodafone eine der ersten Augmented-Reality-Koch-Apps auf den deutschen Markt. Schritt für Schritt führt die App durch eine Vielzahl an Rezepten und die Nutzer bestimmen selbst den Rezeptdurchlauf. Durch die integrierte Blicksteuerung der Nreal Light Smartbrille sind die Hände dabei frei und Koch oder Köchin können sich voll auf das Kochen konzentrieren.

D wie Drohnen

In der Logistik der Zukunft sind Drohnen unabdingbar. Die Kurierdienste der Lüfte können schon heute vielfältigste Dinge transportieren - darunter beispielsweise Nährstofflösung für eine Kinderklinik. Drohnen sind so im Universitätsklinikum Düsseldorf eine Alternative zum teuren Ausbau des Rohrpostsystems. Die Drohnen werden über das Internet vernetzt und können so Positionsdaten blitzschnell übermitteln und die Sicherheit im Luftverkehr deutlich erhöhen. Durch die Verknüpfung mit einer AR-Brille lässt sich die Position der Drohne jederzeit lokalisieren.

E wie E-(Cargo-)Bikes

Das Startup Avocargo vernetzt seine Lastenräder per IoT.
Das Startup Avocargo vernetzt seine Lastenräder per IoT.
Foto: Vodafone

Smart und nachhaltig: Das Startup Avocargo stattet in den nächsten Jahren nachhaltige Sharing-E-Lastenräder sowie E-Bikes und E-Roller mit 40.000 SIM-Karten aus und bringt sie somit ins Internet der Dinge. So können Standort und Akkustand der Lastenräder in Echtzeit eingesehen und geprüft werden. Das Free-Floating-System macht feste Ausleihstationen obsolet und punktet mit Flexibilität durch das Finden, Entsperren und Bezahlen per App.

F wie Feuerwehr

Die Feuerwehr in Darmstadt testet den Einsatz vernetzter Bodycams.
Die Feuerwehr in Darmstadt testet den Einsatz vernetzter Bodycams.
Foto: Vodafone

Kleiner als ein Smartphone, leichter als ein Joghurt, wasserfest und stoßsicher sollen die Bodycams für die Feuerwehr sein. In Notfallsituationen sollen die digitalen Helfer etwa die Rettungskräfte in Darmstadt bei ihrer Arbeit unterstützen. Denn die Bodycams helfen Extremsituationen besser einschätzen und somit schneller helfen zu können, wenn jede Sekunde zählt. Zudem werden Live-Bilder in die Zentrale übertragen.

G wie Geldautomaten

Mit einerIoT-Lösung, die Festnetz und Mobilfunk vereint, hat das Geldinstitut ING Deutschland 1.000 Geldautomaten vernetzt. Für einen unterbrechungsfreien Service an den Geldautomaten und ein vereinfachtes Wartungsmanagement sorgt ein Hybrid-Router, der einenBankautomaten parallel über Festnetz- und Mobilfunk an die Rechenzentren anbindet.

H wie Handtuch

Hände frisch gewaschen, aber der Papierhandtuch-Spender ist leer? Die Hose bedankt sich. Dank IoTist dieses Problem Geschichte: Mittels IoT und Time-of-Flight Sensor werden aktuelle Füllstände und Verbrauchsdaten gemessen und auf ein Dashboard übertragen werden. So kann der Facility-Manager auch aus der Ferne erkennen, wann welche Papierhandtuch-Spender nachgefüllt werden müssen.

I wie Immobilien

Von Dach bis Keller digital: Ob intelligente Aufzugswartung, Energie-Monitor der Heizungszentrale oder Überwachung der Trinkwasser-Anlage, IoT-Plattformenmachen es möglich. So können Eigentürmer Daten von Sensoren, Endgeräten und Gebäudetechnik über die zentrale Infrastruktur in ihren Objekten sammeln, analysieren und wertschöpfend nutzen.

J wie Jalousien

38 Grad und keiner, der zuhause die Jalousien runterfahren kann? Im Smart Home geht das ganz automatisch. Vernetzte Jalousien können problemlos über eine Fernbedienung oder das Smartphone und App kontrolliert werden. Der Sonnenschutz an jedem Fenster im Haus kann so zentral und nach Zeitplan geöffnet und geschlossen werden - und das dank Mobilfunk von jedem Ort der Welt.Selbst ältere Klimaanlagen lassen sich dank smarter Konnektoren in die IoT-Welt einbinden.

K wie Kühe

Der Bauernhof funkt im Internet der Dinge.
Der Bauernhof funkt im Internet der Dinge.
Foto: Vodafone

Neben Menschen und Maschinen profitieren auch viele Lebewesen vom Internet der Dinge: So helfen digitale Lösungen auch den Kühen und ihren Landwirten. Intelligente Sensoren bemerken, wenn eine schwangere Kuh kalbt und alarmieren über das "Handy für die Kuh" automatisch den Besitzer des Tieres, damit dieser bei der Geburt unterstützen kann.

L wie LKW-Reifen

Beim digitalen IoT-Reifen überwacht ein in den Reifen eingebauter Sensor kontinuierlich Luftdruck und Reifentemperatur.
Beim digitalen IoT-Reifen überwacht ein in den Reifen eingebauter Sensor kontinuierlich Luftdruck und Reifentemperatur.
Foto: Continental

Reifendruck zu hoch oder niedrig? Das kann gefährlich werden. Vernetzte LKW-Reifen erhöhen durch IoT-Vernetzung die Sicherheit auf den Straßen. Die smarten Reifen melden sich, wenn sie zu platzen drohen. Neben Reifendruck wird der Fahrer aber auch vor erhöhten Temperaturen gewarnt. Die IoT-Technik beugt somit folgenschweren Unfällen vor.

M wie Medizinische Versorgung

Krankenhaus der Zukunft: Digitale Pflaster übertragen im Universitätsklinikum Düsseldorf die Vitaldaten direkt an den Arzt.
Krankenhaus der Zukunft: Digitale Pflaster übertragen im Universitätsklinikum Düsseldorf die Vitaldaten direkt an den Arzt.
Foto: Vodafone

Vitalwerte über digitale Pflaster in Echtzeit übertragen: Mithilfe von sogenannten Monitoring Patches, die Patienten in der Notaufnahme auf die Haut geklebt bekommen, werden die Vitalwerte selbstständig in Echtzeit an die zentrale Patienten-Überwachung gesendet. Sobald etwa die Herzfrequenz nicht mehr stimmt, können Ärzte und Helfer schnellstmöglich reagieren.

N wie Nutzfahrzeuge

Das vernetzte Nutzfahrzeug ist ein nicht mehr aufzuhaltender Trend in der Fahrzeugbranche. Der Anschluss von Kehr-, Kanalreinigungs-, Winterdienst-, oder Müllfahrzeugen an das Internet der Dinge unterstützt bei Fernwartung, Ortungsdiensten, Stillstandzeiten oder Ausfällen und liefert wertvolle Analysen zur Kostenreduktion, Flottenmanagement und dynamischer Garantie.

O wie Oldtimer

Eigentlich ist alles Neues und Digitales im Oldtimer verpönt. Doch um die automobilen Schätzchen vor Langfingern zu schützen, ist zumindest ein digitaler Diebstahlschutz ratsam. Dank eines alarmierenden Systems machen Diebe automatisch auf sich aufmerksam, wenn sie sich an den Oldtimern zu schaffen machen. Der Besitzer bekommt einen Push-Alarm auf seinem Smartphone und zeitgleich werden die Sicherheitskräfte informiert.

P wie Parkplatzsuche

Parkplatzsuche einfach gemacht: Statt stundenlang in der Großstadt nach einem Parkplatz zu suchen, führt eine intelligente Parklösung schnell zur freien Lücke. Smart Cities werden mit intelligenten Sensoren ausgestattet, die regelmäßig melden, ob Parkplätze frei oder belegt sind.

Q wie Qualitätssicherung

Mobile Datenvernetzung in der Produktion: 5G in der Fabrik wie etwa bei der e.GO Mobile SE macht die automatische Identifizierung von Produktionsstoffen, Materialien und Fahrzeugen möglich. Autonome Fahrzeuge ersetzen die klassische Produktionslinie und können in Echtzeit selbstständig lenken, bremsen und beschleunigen. Kleine Echtzeit-Rechenzentren verarbeiten die Daten noch in der Produktionshalle und machen die Kommunikation zwischen den Maschinen untereinander noch schneller und damit die Arbeitsabläufe noch effizienter.

R wie Roboter

Autonome Service-Roboter können im Team arbeiten und sollen dem Personalmangel im Hotel- und Gaststättengewerbe entgegenwirken.
Autonome Service-Roboter können im Team arbeiten und sollen dem Personalmangel im Hotel- und Gaststättengewerbe entgegenwirken.
Foto: Vodafone

Vom Service-Roboter bis hin zum digitalen Barkeeper: Roboter sind heute vielfältig einsetzbar. Autonom fahrende Roboter reinigen, desinfizieren und unterstützen Pflegekräfte in Restaurants, Krankenhäusern und Pflege-Einrichtungen. Durch schnellen Mobilfunk und die Verbindung zum Internet können Roboter eigenständige Entscheidungen treffen, Interaktionen durchführen und ihr Wissen untereinander teilen.

S wie Snackmobil

Europas erster autonom fahrender Kiosk fährt seine Runden im Carslwerk in Köln.
Europas erster autonom fahrender Kiosk fährt seine Runden im Carslwerk in Köln.
Foto: Vodafone

Der autonom fahrende mobile Kiosk von REWE digital und Vodafone versorgt in Köln-Mülhlheim Passanten und Büroarbeiter vor Ort mit Essen und Getränken. Mobilfunk stellt hierbei die virtuelle Schiene für das autonome Fahrzeug dar. Das Snackmobil wird durch Kameras, Sensoren und Mobilfunk gelenkt und kann durch ein kurzes Winken angehalten werden.

T wie Tooooor

Ein AR-App bietet Zusatzinfos im Fußball-Stadion.
Ein AR-App bietet Zusatzinfos im Fußball-Stadion.
Foto: Vodafone

Mit einer 5G-basierten App bringt Vodafone in Zusammenarbeit mit der DFL das Beste von zwei Fußballwelten zusammen: Live die Emotionen des Stadionbesuchs erleben. Und live die Echtzeit-Informationen zu Spielern, Spielzügen und Statistiken abrufen. Das alles in Echtzeit via Augmented-Reality auf dem Smartphone.

U wie Unfallprävention

IoT, 5G, Cellular V2X und Mobile-Edge-Computing - richtig kombiniert wird daraus ein digitaler Schutzschild für mehr Sicherheit im Verkehr. Verkehrsteilnehmende werden mit Kommunikationsmodulen wie Smartphones oder eingebauten Kameras ausgestattet und tauschen über eine Mobilfunk-Basisstation ihre Position und Fahrtrichtung aus. Stellt das System nun fest, dass sich die Wege gefährlich kreuzen, gibt es eine Warnung aus. Das System schützt Radfahrer, Fußgänger oder Kinder vor gefährlichen Unfällen und warnt in Echtzeit.

V wie Versandlabel

Mit IoT das einfache Paketlabel ersetzen und Sendungen digitalisieren: Versand-Informationen auf dem Smartphone abrufen und die Sendung unabhängig vom Paketdienstleister tracken, das ermöglichen vernetzte Versandlabel. Neben dem Echtzeit-Tracking bekommen Kunden auch eine Benachrichtigung, sollte die Sendung geöffnet und das Label beschädigt werden.

W wie Wasser

Alle 30 Sekunden platzt in Deutschland ein Wasserrohr. Doch wie die Schäden aufspüren und größere Schäden verhindern? Ein smarter Wasserzähler von E.ON und Vodafone soll das ermöglichen. Mithilfe von intelligenten Sensoren und einer App können Kunden zu jeder Zeit den aktuellen Wasserverbrauch und Zählerstand verfolgen und somit Schäden frühzeitig erkennen.

X wie XR Factory

Der Showroom aus der Hosentasche: Die XR Factory des Mobilfunkers arbeitet an zahlreichen Innovationen - unter anderem an einer neuen App für AR-Brillen, die es ermöglichtMaschinen, Immobilien oder ganze Städte als 3D-Modell anzuzeigen, durch die man sich in der virtuellen Welt hindurch bewegen kann.

Y wie Yoga

Die Sängerin Vanessa Mai führt als Avatar in der virtuellen Welt durch das Fitness-Workout.
Die Sängerin Vanessa Mai führt als Avatar in der virtuellen Welt durch das Fitness-Workout.
Foto: Vodafone

Home Workouts gehörten zur Pandemie wie Bananenbrot. Doch so ganz allein auf der Matte, blieb die Motivation schnell auf der Strecke. Den nötigen Motivationsschub bringt die Giga AR Fitness Brille des Online-Fitness-Anbieters Gymondo. Von einem Avatar begleitet und angeleitet, können Nutzer über das 5G-Netz Fitnesskurse in 3D erleben. Im virtuellen Sichtfeld sind beispielsweise Anleitungen oder der eigene Trainingsfortschritt zu sehen.

Z wie Zwillinge

Der Kölner Dom als Digital Twin.
Der Kölner Dom als Digital Twin.
Foto: Vodafone

Der Kölner Dom und sein digitaler Zwilling, der von der Firma Northdocks in Zusammenarbeit mit der Kölner Dombauhütte erstellt wurde, sehen sich zum Verwechseln ähnlich: Das große 3D-Modell des Kölner Doms mit 200.000 Detail-Aufnahmen aus sämtlichen Perspektiven hilft zukünftig vorausschauende Wartungen durchzuführen. Ohne das Bauwerk über viele Monate lang mit großen Gerüsten zu umhüllen kann zukünftig bereits in der virtuellen Realität vorausgeplant werden.