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Blaxxun bläst Börsengang ab

16.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das auf Software-Infrastruktur für 3D-Communities im Internet spezialisierte Münchner Unternehmen Blaxxun Interactive hat überraschend seinen Börsengang an den Frankfurter Neuen Markt abgeblasen. Der für gestern geplante IPO mit einem Gesamtumfang von 6,5 Millionen Aktien wurde auf Rat des Konsortialführers DG Bank bis auf weiteres verschoben, nachdem am Montag ein Emmissionspreis von 7,5 Euro je Wertpapier festgelegt wurde. Als Begründung für den Rückzieher nannte ein Firmensprecher das unsichere und verhaltene Interesse im Internet-Sektor.

Dies ist allerdings nicht der einzige Grund: Zeitgleich zum Going Public in Frankfurt am Main sollte auch der Firmenableger aus San Franzisko an die US-Börse gehen. Beide planten ihren IPO gemeinsam gemäß den Bestimmungen der US-Börsenaufsicht SEC. Demnach dürfen Börsenkandidaten zwei Monate vor und nach ihrem Going Public keine Angaben zu Gewinnvorhersagen und tatsächlichen Verkaufszahlen geben. Hierzulande sind Informationen zu Unternehmensprognosen sehr wohl erlaubt und sind überdies bei Investoren als ein sicheres Zeichen für Transparenz gern gesehen. Ein Zurückhalten derartiger Angaben kann sich auf das Kaufinteresse der Aktienhändler negativ auswirken. Als Konsequenz aus dem misglückten Börsenstart will der 3D-Spezialist nun die Börsengänge in den USA und Deutschland getrennt voneinander über die Bühne bringen.