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Bilanzfragen verzögern Salesforce-IPO

13.04.2004

Der mehr als 100 Millionen Dollar schwere Börsengang von Salesforce.com wird von einer Untersuchung der US-Börsenaufsicht SEC aufgehalten. Wie die "San Francisco Chronicle" unter Berufung auf Insider berichtet, stößt sich die Behörde an der Art, wie die Kosten für Verkaufsprovisionen bilanziert werden.

Der Anbieter von gehosteten Customer-Relationship-Management-Anwendungen hatte bereits im Dezember 2003 bei der SEC einen Antrag auf Börsenzulassung gestellt. Wie aus den Unterlagen hervorgeht, wurde zuvor noch die Verbuchung von Verkaufsprovisionen umgestellt - ein Schritt, der auf dem Papier für eine höhere Profitabilität sorgte. Hatte der Siebel-Konkurrent bislang die Provision für Mehrjahresverträge im Quartal des Vertragsabschlusses ausgewiesen, so wurde sie ab 2003 über die gesamte Laufzeit des Vertrages hinweg verbucht – was durchaus den Vorschriften nach US-Gaap entspricht. Die Umstellung zeigte in der Bilanz schlagartige Wirkung und sorgte damit für Stirnrunzeln bei den SEC-Offiziellen: Im Geschäftsjahr 2002/2003 schrumpfte der Nettoverlust gegenüber dem Vorjahr von 29,2 Millionen auf 9,3 Millionen Dollar. In den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres erzielte Salesforce sogar einen Überschuss von 4,7 Millionen Dollar, verglichen

mit minus 7,2 Millionen Dollar im Vergleichszeitraum. Die SEC verlangt nun, dass Salesforce vor dem IPO (Initial Public Offering) bei den Aktionären für mehr Transparenz sorgt, indem es die Bilanzierungsmethode auch auf die vorangegangenen Geschäftsjahre anwendet. (mb)