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AMDs Dual-Core-Opterons sind da

21.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Einen Tag vor dem zweiten Geburtstag seines 64-Bit-Server-Prozessors "Opteron" hat AMD heute wie erwartet die ersten sechs Varianten des Chips mit zwei Kernen vorgestellt. Im Laufe der kommenden Wochen werden sie in HPs "ProLiant BL45p" und "DL585" sowie dem "Sun Fire V40z" von Sun Microsystems zu haben sein. Die in diesen Maschinen verbauten Opterons takten mit 1,8 Gigahertz ("Model 865"), 2 GHz ("Model 870") sowie 2,2 GHz ("Model 875").

Die Taktrate der Dual-Core-Prozessoren liegt niedriger als bei den Single-Core-Chips - der schnellste "Model 852" taktet derzeit mit 2,6 Gigahertz. Gleich schnelle Doppelkernprozessoren hätten allerdings deutlich mehr Leistung aufgenommen. Laut Ben Williams, Vice President der Server- und Workstation-Sparte von AMD, ziehen die Dual-Core-Prozessoren aber maximal 95 Watt und damit gleich viel wie ihre Single-Core-Pendants.

In der Tat sollen die Prozessoren voll kompatibel zu Systemkomponenten sein, die für Single-Core-CPUs entwickelt wurden, damit Systemhersteller mit möglichst geringem Aufwand auf Dual Core umstellen können.

Die 800er-Serie ist ab heute in Stückzahlen zu haben. Ende nächsten Monat sollen dann drei Doppelkern-Modelle der 200er-Familie für Zwei-Wege-Server folgen. Noch später im Laufe des Jahres sind dann Dual-Core-Chips der 100er-Serie für High-Density-Server und Embedded-Märkte vorgesehen.

Im Juni kommen auch AMDs erste Dual-Core-Prozessoren für Desktop-Rechner, und zwar der "Athlon 64 X2", der in vier Ausführungen mit Taktraten von 2,2 und 2,4 Gigahertz debütieren soll.

AMD liefert sich mit geraumer Zeit einen Marketing-Krieg mit Intel darüber, wer zuerst Doppelkern-Prozessoren herausbringt. Intel hatte beim Desktop die Nase vorn, AMD nun bei Servern. Nicht vergessen sollte man dabei aber, dass beide im PC-Bereich führenden Hersteller eigentlich spät dran sind. IBM und Sun liefern schon seit dem "Power4" und "UltraSparc IV" Dual Core, und auch viele andere Hersteller - etwa Azul Systems, das in dieser Woche Spezial-Server auf Basis von 24-Core-Prozessoren herausgebracht hat - sind längst erfolgreich auf Multicore-Designs umgestiegen.

Prozessoren mit mehreren Kernen sind allerdings in mancher Hinsicht nicht unproblematisch. Zum einen berechnen viele Hersteller ihre Software-Lizenzgebühren nach der CPU-Anzahl - und es gibt noch keinen Konsens in der Branche, ob nun ein Dual-Core-Chip als ein Prozessor oder als deren zwei zu behandeln sei. Außerdem muss Software angepasst werden, um die Vorteile der neuen Architektur effektiv zu nutzen.

Ein Hinweis: Unsere Kollegen vom "tecChannel" hatten den Dual-Core-Opteron bereits im Testlabor. Ihre Ergebnisse finden Sie hier. (tc)