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Amdahl verkauft sein Mainframe-Unix

17.05.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der PCM-Anbieter (Plug-Compatible Mainframe) Amdahl hat sein bereits rund 15 Jahre altes Großrechner-Unix "UTS", eine Variante von System V für die S/390-Architektur, für eine nicht genannte Summe an Parallax Capital Partners verkauft. Diese wiederum hat eine neue Company namens UTS Global, LLC, gegründet, die das Betriebssystem weiter vermarkten und supporten wird. Im Zuge der Übernahme wechseln zwischen 40 und 50 ehemalige Amdahl-Leute zu der Neugründung.

UTS wird vor allem von Telcos eingesetzt, die damit ihre Abrechnungssysteme und andere Dienste wie 0800er-Nummern betreiben. Die Referenzliste liest sich wie ein Who is Who der (US-)Branche: AT&T, Lucent, Bell Atlantic, Bell South, Pacific Bell, Southwestern Bell, SBC, Ameritech... Trotz der relativ kleinen installierten Basis ist das UTS-Geschäft durchaus profitabel. Amdahl konnte es sich laut "Computergram" nämlich erlauben, pro Server eine Viertelmillion Dollar per annum für die Wartung zu kassieren, war damit aber immer noch billiger als IBMs OS/390.

UTS Global will nun das in die Jahre gekommene Unix mit Java und allerlei Open-Source-Klassikern wie GNU, Apache und Sendmail auf einen zeitgemäßen Stand bringen. Fragt sich nur, ob Amdahl nun à la IBM ebenfalls das quelloffene Linux auf den Mainframe bringt - und falls ja, wann. Denn von der Stabilität eines UTS oder OS/390 ist Linux auf Mainframe-Hardware noch himmelweit entfernt, ganz zu schweigen von der Verfügbarkeit entsprechender Datenbanken, Middleware oder Entwicklungstools.