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Amazons Europachef wirft das Handtuch

31.01.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit der Besetzung seines europäischen Managements scheint das US-Unternehmen Amazon.com kein Glück zu haben. Nun verließ Phillip Humm, Vice President und General Manager für Amazon Europe, den Online-Händler. Erst in der vergangenen Woche war Humm zusätzlich zum Interims-Chef der französischen Amazon-Aktivitäten ernannt worden, nachdem der Georges Aoun nach weniger als einem Jahr im Amt den Chefposten an den Nagel gehängt hatte. Aoun sei aus "persönlichen Gründen" aus dem Unternehmen ausgeschieden, Humm wolle künftig "andere berufliche Chancen wahrnehmen", hieß es dazu von offizieller Seite.

Einen Nachfolger für Humm hat Amazon in Thomas Lot gefunden, der zuvor als Chief Executive Officer bei dem Online-Weinhändler Chateau Online tätig war. Lot wurde auch zum Managing Director für Amazon Frankreich berufen.

Nach Meinung von Beobachtern weist die Personalfluktuation darauf hin, dass Amazon mit seinem Frankreich-Geschäft unzufrieden ist. In der jüngsten Analystenkonferenz hatte das Unternehmen zwar lang und breit über den Erfolg seiner britischen und deutschen Niederlassung gesprochen, die inzwischen beide profitabel sein sollen, jedoch kein Wort über die französische Tochter verloren. Diese Tatsache nehmen die Marktexperten nun als Indiz für schwache Ergebnisse von Amazon.fr. (ka)